Nach einer grausigen 16. Staffel hatte ich bei der nächsten durchaus auf einen besseren Start gehofft, aber man fand tatsächlich einen neuen Weg, eine Episode scheiße zu machen. Dass ich meine Wertung gleich im ersten Satz verrate, passt bei der Episode besonders gut, denn sie war maximal vorhersehbar. Ich behaupte, dass ihr nur die Kurzbeschreibung im Startpost lesen müsst, um zu wissen, wie die Handlung verläuft. Falls ihr denkt, dass Thaddäus nach dem Erfolg ein zweites Comicheft herausbringt, welches den Leuten überhaupt nicht gefällt und sein Ruhm wieder endet, liegt ihr goldrichtig und ihr könnt euch die elf Minuten sparen. Ich werde trotzdem mal versuchen, mehr zu den Geschehnissen zu schreiben.
Die Episode begann damit, dass SpongeBob und Patrick wie in Staffel 6 bis 9a laut draußen herumbrüllten, sodass Thaddäus bei seiner Kunstschaffung gestört wurde. Ich kann solche Szenen echt nicht mehr sehen. Jedenfalls waren die beiden entsetzt, dass ein Meerjungfraumann-und-Blaubarschbube-Comic mit einem Cliffhanger endete, was im wahrsten Sinne des Wortes dargestellt wurde. Ich fand den visuellen Gag ganz nett, dass die eine Seite dafür nach unten aufklappte, aber man sah auch, dass das nicht die letzte Seite des Comics war, also was war darin noch enthalten? SpongeBob schwang ein Lasso, aber leider tat er damit nichts Interessantes. Thaddäus knallte die Tür vor SpongeBob und Patrick zu, doch die beiden waren plötzlich im Inneren seines Hauses, was schon zig tausend Mal exakt so passierte. Dann bouncete Patrick auf seinem Arsch und er und SpongeBob nervten Thaddäus so lange mit „Bitte! Bitte! Bitte!“-Rufen, dass dieser sein eigenes Comicheft zeichnen soll, bis er schließlich nachgab und in fünf Minuten eines hinkritzelte. Die kurze Sequenz, in der SpongeBob und Patrick in der Comic-Optik gegen den Quaken kämpften, gefiel mir, war allerdings auch schon das Highlight der Episode. Das Wortspiel mit Dum-Star und dem Müllcontainer war auch etwas lustig. Dann fraß Patrick jedoch Müll, weil Thaddäus den Comic als Müll empfand, rülpste davon und die gute Stimmung verflog.
Das Comicheft wurde dem „König der Nerds“ gezeigt, bei welchem es sich selbstverständlich um Blubberbernd handelte und hier hätte man die Chance gehabt, die Episode nicht predictable as fuck zu gestalten. Hätte er nämlich das Comicheft schlecht gefunden, wäre Thaddäus eventuell motiviert gewesen, ihn zu beeindrucken, aber man ging halt den offensichtlichen Weg, indem Blubberbernd es fantastisch fand und ganz Bikini Bottom wissen lassen wollte, wie toll es ist. Dabei tippte er etwas auf seiner Tastatur ein, allerdings geschah nichts auf dem Monitor und es wirkte so, als wäre dieser nicht mal eingeschaltet gewesen. War wohl zu anstrengend, da etwas zu animieren. Überall in der Stadt lasen die Leute das Heft und ich lasse das mal durchgehen, dass alle als uniforme Masse agierten, weil die Bewohner ja schon immer von den einfachsten Dingen beeindruckt waren. Ich denke da an dieses weirde Kartoffel-Restaurant von Planktons Familie in 297a, von dem jeder begeistert war. Auch konnte ich nachvollziehen, dass Thaddäus gar nicht wollte, dass er für dieses in fünf Minuten hingerotzte Heft so gefeiert wurde. Überrascht war ich, dass Thaddäus’ Tentakel nach all den Autogrammen nicht mit einem ekligen Close-up gezeigt wurde, obwohl ich so was im Kopf hatte. Entweder gab es diese Szene schon irgendwo in Staffel 16 oder sie kommt noch in einer späteren Episode dieser Staffel. Gut jedenfalls, dass man sich zurückhielt.
Na ja, man hielt sich aber eben auch mit kreativem Schreiben zurück und so fragten die Bikini Bottomer Thaddäus - wie bereits im ersten Absatz erwähnt - nach einer zweiten Ausgabe. Den Gag, dass die Polizei am Telefon nicht helfen wollte, bis Thaddäus diese zweite Ausgabe kreierte, sah ich beim ersten Mal vor einigen Monaten garantiert kommen, beim zweiten Mal vorgestern war ich hier allerdings schon so gelangweilt, dass ich darüber gar nicht nachdachte und ihn dadurch ok fand. Die Montage, wie Thaddäus an dem neuen Comicheft arbeitete, war in Ordnung. Als die Leute das zweite Comicheft lasen und noch nicht in Ekstase gerieten, mussten sie erst mal Blubberbernds Meinung abwarten, um davon überzeugt zu sein, dass er schlecht war. Ich weiß nicht mal, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Könnte schon gute Kritik an Fans von Influencern gewesen sein, die nicht zu eigenem Denken imstande sind, aber catchen konnte es mich nicht. Ein Fisch schaute lieber direkt die Sonne an und die Kinder vor den Bildschirmen sollten das besser nicht nachmachen. Dass der Quaken wirklich existierte, kam sogar mal unerwartet, aber wahrscheinlich nur, weil ich ihn zu dem Zeitpunkt schon vergessen hatte. Und dann war die Episode auch schon vorbei.
Wenn man Bock auf die belangloseste SpongeBob-Episode ever hat, spreche ich eine klare Empfehlung aus. Zum simplen Berauschen ohne Wecken von Emotionen ist sie vermutlich perfekt geeignet. Und das, obwohl moderne Staffeln normalerweise mit dem größten Random-Shit voll sind, damit alle paar Sekunden irgendwas geschieht. Das krasse Gegenteil ist leider nicht viel besser. Ich meine, ich schaue mir das immer noch lieber als absolute Trash-Episoden an, aber im Grunde war das reine Zeitverschwendung. Ich vergebe eine 4, weil zumindest keine schlimmen Szenen enthalten waren.