Ich liebe den englischen Episodentitel „SpongeBob SpareParts“! Kein Wunder, dass man dazu eine Episode machen wollte.
Leider begann sie nicht gut, weil die wartenden Kunden der Krosse Krabbe mal wieder als komplette Psychopathen dargestellt wurden. Es nervt mich so sehr, wenn sie durchdrehen, weil sie nach ein paar Minuten kein Essen bekommen haben und dann noch zu Kannibalen werden, die Thaddäus fressen wollen. SpongeBob wendete zu viele Pattys auf einmal, sodass er einen Burgerkrampf im Arm bekam. Diesen hielt er zunächst jedoch für einen „Seepferdekuss“ und ein wiehernder Pferdekopf kam aus seinem Arm. Mal ein irrer visueller Gag, bei dem ich biased war und ihn natürlich toll fand. Schnell erhielt SpongeBob auch in seinem anderen Arm einen Krampf - oder wie Mr. Krabs es nannte: Pfannenwendersyndrom - und Mr. Krabs musste ihn durch einen Notfall-Burgerbrater ersetzen. Das war ein echter Schwamm mit Kullerkugeln, der mit einem Seil von der Decke hing. Den Anblick fand ich recht lustig. Sandys Problemlösung bestand darin, SpongeBob mechanische Arme zu geben, obwohl man bereits in Dutzenden von Episoden gesehen hat, dass SpongeBobs Gliedmaßen sofort nachwachsen können. Und eigentlich sollte mich das extrem stören, weil es ein massiver Logikfehler für die gesamte Handlung der Episode war, allerdings kann ich auch verstehen, wieso man SpongeBob mit Roboterteilen ausstatten wollte. Deswegen gibt das zwar definitiv Punktabzug, dieser hält sich jedoch im Rahmen. Ich fand es fast schon dämlicher, dass Sandy nur einen Arm von SpongeBob festgeschraubt hatte, aber dann beide voll funktionstüchtig waren.
In der Krossen Krabbe ging es mit den gestörten Kunden weiter, die tatsächlich drauf und dran waren, Thaddäus zu verspeisen. Der Notfall-Burgerbrater war auch nur am Versagen und Verbrennen. SpongeBob hatte eine coole Burgerzubereitungsmontage mit klassischer Musik, doch dann hatte er keine Zutaten mehr. Hinter etlichen Müllsäcken vor der Krossen Krabbe befand sich der Krosse Garten, den ich hübsch fand. Vielleicht sieht man ja demnächst noch mehr schöne Gärten in der Serie. Hier jedenfalls gaben nun auch SpongeBobs Beine nach und der Schwamm rief nach Sandy, welche prompt aus einem Fass in der Küche kam. Ich weiß, dass einer meiner Kollegen das furchtbar fand, wie Sandy mehrfach in der Episode praktischerweise an random Orten auftauchte. Das war zwar sicherlich nicht optimal, wurde aber für einen raschen Fluss der Handlung in Kauf genommen. SpongeBob spritzte irgendeine Soße in die Münder von zwei Fischen und beide rülpsten extrem, was nicht hätte sein müssen. Mit den Roboterbeinen war SpongeBob so rasant, dass Thaddäus ihn dazu brachte, auch seine Arbeit zu übernehmen und ich fand es amüsant, wie er das zum Ausruhen ausnutzte. Dann wurde es etwas absurd, als sich Blubberbernd bei einer Bestellung partout nicht entscheiden konnte und SpongeBob neue Augen anforderte, mit denen er in Blubberbernds Kopf sah. Dadurch wusste er vor Blubberbernd, was dieser haben wollte, aber was genau war hier die Logik, wenn es Blubberbernd eben seit zehn Minuten nicht wusste? Es wirkte lediglich wie ein schlechter Weg, um SpongeBob auch neue Augen zu geben.
SpongeBob wollte als Nächstes das Abschmecken beschleunigen, wünschte sich jedoch von Sandy nicht nur einen neuen Mund, sondern gleich ein neues Gesicht. Das war schon sehr bizarr, wie scharf er darauf war, ohne Verletzungen mehr und mehr zu einem Roboter zu werden. Ich mochte jedoch Sandys Bemerkung, dass SpongeBob zu 80 % aus Gesicht besteht. Und so kam es, dass er am darauffolgenden Tag zu einem vollständigen Roboter wurde. Er war quasi das Schiff des Theseus als Schwamm-Version, was ich als interessantes Gedankenexperiment sah. Ein bisschen von Mr. Krabs’ Kaffee genügte, um diesen angeblich perfekten Burgerbrater zum Abspacken zu bringen, was ich ironisch und dadurch gut fand. Ein vollgefressener Kunde kassierte dabei ebenfalls. Diesmal musste Sandy in ihrer Kuppel angerufen werden, was dann doch inkonsequent war. Oder sie hatte nur keine Lust, für Mr. Krabs schon in der Krossen Krabbe anwesend zu sein. Sandy hatte noch sämtliche Originalteile von SpongeBob und er wurde unabhängig vom Roboter wieder lebendig. Eigentlich existierten er und der Roboter dann bereits vor dieser Episode als zwei Subjekte. Derpy SpongeBob ohne Gehirn sah sogar witzig aus. Der Roboter wurde aufgehalten, indem er einen Burger nicht ordentlich verdauen konnte. Da hätte ich mir eine bessere Lösung gewünscht. Vor allem war das nicht mal notwendig, weil er kurz darauf eh festgebunden am Schild der Krossen Krabbe chillte und wieder böse wurde. Hier fand ich ihn allerdings richtig cool, wie er bedrohlich „Darf ich deine Bestellung aufnehmen?“ sagte. Ein grandioser Abschluss.
Ich hatte schon immer ein Faible für solche Gimmick-Episoden. Mir haben SpongeBobs Veränderungen und die Action-Szenen in der ersten Hälfte gefallen, auch wenn sie gezweckt waren, weil er seine Gliedmaßen eigentlich nachwachen lassen konnte. Mit der Zeit wurde es jedoch absurder, als er so was wie neue Augen wollte, die nicht mal einen richtigen Sinn hatten. Nervige Kunden, Random-Auftauch-Sandy und die Lösung mit dem Burger waren auch nicht toll. Der Pferde-Gag, der Garten und das Ende waren dafür meine Highlights. Mich hat die Episode gut unterhalten, auch wenn es stellenweise Kritik gab. 3.