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RechtusFettus

Hurr durr ich bin dezis

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401

Samstag, 12. März 2022, 19:04

Der goldene Handschuh (2019)
Ein deutscher Film welcher einer Buchvorlage folgt, welche wiederrum eine reale Begebenheit erzählt: Die Morde des hamburger Serienmörders Fritz Honka aus den 70er Jahren.

Um es kurz zu fassen: Der Film spielt in den 70er Jahren in Hamburg und folgt der gesellschaftlichen Randexistenz Fritz Honka, dessen Leben neben dem exzessiven Alkohol- und Nikotinkonsum nur der fortwährende Besuch der Bar "Zum goldenen Handschuh" in St. Pauli geschuldet ist. Dort verbringt er seine Abende mit Saufen und Frauen angraben, welche ebenso wie er gescheiterte Existenzen sind. In der nachfolgenden Handlung begeht Honka mehrere Morde an diesen Frauen in seiner kleinen Dachwohnung und versteckt die zerstückelten Körperteile zwischen den Dachsparren; den starken Verwesungsgeruch versucht er mit Duftbäumchen zu übertünchen.

Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten.
Wie bereits gesagt beruht der Film und das Buch auf dem realen Fritz Honka, dessen Taten nur aus reinem Zufall entdeckt wurden.
Der Film ist definitiv nichts für schwache Mägen. Es ist jetzt kein ultimatver Splatterfilm mit Goreeinlagen an jeder Ecke, aber die Performance der Schauspieler sowie das detailgetreue und vorallem real wirkende Szenenbild hat mich bei manchen Szenen doch schon ein bisschen schlucken lassen.

Man kann diesen Film riechen.

Auf jeden Fall eine klare Empfelung von meiner Seite aus.

RechtusFettus

Hurr durr ich bin dezis

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402

Dienstag, 21. März 2023, 20:00

The Pyramid 2 von Private Gold (1996)
Ein Klassiker für mich, schaue den immer mal wieder ganz gern an. Hab den damals zum ersten Mal mit 12 gesehen.
Es ist zwar sogesehen ein Sequel zu The Pyramid aber man kann den Film auch so ganz gut schauen. Es geht um nen Archäologenpaar, welches bei einer Reise nach Ägypten auf eine alte Grabkammer stoßen, in der sie eine alte Göttin aus einem Sarkopharg befreien. Diese sucht, ganz nach Manier aus den "Mumien" Filmen der 30er Jahre, ihren alten Liebhaber zu finden und findet dessen Seele in einem Mann aus der heutigen Zeit. Das ganze ist nicht so geil weil dieser halt die Liebe nicht wirklich erwidert sondern die Göttin für Geldzwecke haben will.
Es ist zwar sogesehen eine billige Kopie von den Mumienfilmen und legitim Trash aber keine Ahnung, hat halt viel Nostalgiefaktor für mich. Ich mag die Effekte sehr, gerade für die 90er Jahre. Und Shonna Lynn kann verdammt gut schauspielern. Schade, dass sie heutzutage nicht mehr so oft auf der Leinwand zu sehen ist.

Den Film gibts btw free on demand, wenn jemand Bock auf bisschen Fastfood hat.

TMSFU_Nebelstimme

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403

Samstag, 15. April 2023, 11:42

oh mann warum nur finde ich kein cinephile gf letztens hatte ich ein date ich erzähle ihr dass ich dänische filme der 90er jahre liebe sie so "Oh, du meinst Dogma?" hab ihr gesagt sie kann sich gleich wieder verpissen ich falle nicht rein auf solche scherze

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404

Donnerstag, 4. Mai 2023, 14:05

ich hab neulich wieder The Room gesehen, echt guter independent-film. Es ist eine Tragödie produziert von Tommy Wiseau. Es geht um diesen bank-angestellten Johnny der eigentlich ein perfektes leben hat: Er hat seine zukünftige frau Lisa, seinen besten Freund Mark, doch wolken bilden sich am horizont als sich langsam rauskristallisiert dass Lisa und Mark eine affaire hinter dem rücken von johnny haben.

absolut sehenswert

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405

Samstag, 30. Dezember 2023, 15:06

Ich habe zuletzt The Queen's Gambit gesehen, auch wenn die Serie schon 2020 rauskam. Für eine Netflix Produktion relativ gut. Anya Taylor-Joy mag ich eh ganz gerne, auch wenn sie oft in mittelmäßigen Filmen mitspielt. Der Soundtrack war ebenfalls toll!

406

Donnerstag, 4. Januar 2024, 06:46

The Red Shoes von 1948. Das ist der erste Technicolor Film, den ich auf einer 4K Blu-Ray gesehen habe und die Bildqualität hat mich umgehauen. Die Criterion Version hat sich definitiv gelohnt!

Es handelt sich um eine eigentlich fast schon zweifache Adaption des Märchens von Hans Christian Andersen. Einmal findet eine direkte Adaption als inszeniertes Ballettstück innerhalb des Films statt und dann eine lose auf die echte Welt übertragene Adaption, welche die eigentliche Handlung ausmacht. Im Kern geht es nicht um Ballett, sondern den Archetyp des gequälten Künstlers. Alle wichtigen Figuren verkörpern hierbei verschiedene Aspekte des Künstlerdaseins. Themen wie Träume, Motivation, Hingabe, Engstirnigkeit, Kompromiss(losigkeit) und Vorbestimmung werden scharfsinnig behandelt und ich finde mich darin teilweise selbst wieder. Auf der anderen Seite macht dieser Film aber auch einfach optisch viel her. Das Bühnenbild, die Kostüme, die Performance und die Farben erzeugen eine Atmosphäre, welche heutzutage schwer nachzuahmen wäre. Die Musik ist übrigens auch ziemlich gut und den Soundtrack werde ich noch genauer unter die Lupe nehmen.

Fazit: Einer der interessantesten Filme der 40er Jahre!

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407

Samstag, 13. Januar 2024, 08:22

Gestern wurde die zehnte und zugleich letzte Folge der neuen Serie "The Curse" auf Paramount+ ausgestrahlt und ich kann endlich eine Review dazu verfassen. In den Hauptrollen sind Emma Stone, Benny Safdie und Nathan Fielder. Da The Curse vom Konzept her in eine ähnliche Kerbe schlägt wie etwa The Office, Stromberg oder Parks and Recreation, war ich im Vorfeld natürlich sehr gehypt darauf. Und ja, tatsächlich ist es so, als hätte man die Ästhetik und den Sountrack des Films "Uncut Gems" (auf deutsch "Der schwarze Diamant") auf eine der eben genannten Serien übertragen. Bloß mit einem Ticken mehr schwarzem Humor und deutlich verrückteren Ereignissen, die so drüber sind, dass ich nicht einmal wusste, ob ich überhaupt weiterschauen soll.

Im Grunde genommen geht es um die Einblicke hinter die Kulissen einer Reality TV Produktion, bei der ein wohlhabendes Paar eine Stadt "verbessern" möchte. Es werden Themen wie Gentrifizierung, kulturelle Aneignung, gespielte Philanthropie und schlechte Selbstwahrnehmung aufgegriffen.
Die Figuren sind fantastisch geschrieben und es werden die unterschiedlichsten Perspektiven eingebaut, sodass die Serie sich tatsächlich realitätsnah anfühlt. Nahezu jede Person sieht sich als den großen Helden der Geschichte und nimmt sich so verdammt ernst. Es ist stellenweise so unangenehm anzuschauen, dass ich vor Cringe pausieren musste. Garniert wird das Ganze von einer bedrohlichen musikalischen Untermalung.

Dass es sich um eine A24 Produktion handelt, merkt man dann in der letzten Folge. Diese ist so absurd und unheimlich, dass sie genauso gut von Ari Aster hätte geschrieben sein können. Ich bekam Gänsehaut am Ende. Es gibt jetzt natürlich mehrere Theorien, was genau überhaupt passiert ist und wie es weitergehen könnte in einer potenziellen zweiten Staffel.

Fazit: Erfrischend und unterhaltsam. Gerne mehr davon!

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Vatr

a different kind of blues

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408

Samstag, 13. Januar 2024, 11:28

Danke für die Erinnerung, dass Nathan Fielder ein absurd genialer Comedian ist.

Bin letztes Jahr durch einen YouTube-Videoessay auf ihn gestoßen und habe jede seiner bisherigen Sendungen regelrecht verschlungen. Ein absurd genialer Comedian, der bei mir mit seiner bizarren Authentizität das Gefühl einer seltsam tiefen Faszination weckt.

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409

Sonntag, 28. Januar 2024, 02:09

Serien gesehen zuletzt:

- Die Bergretter
- Der Bergdoktor


Keine Ahnung, irgendwie bin ich Bergserien-Junkie geworden. :pat:

''Bergretter'' war im Dezember auf jeden Fall ein netter Zeitvertreib. Mag eigentlich nicht so Serien, wo zu viel Action vorhanden ist, aber die catcht mich doch jedes mal erneut. Und ''Bergdoktor'' gehört sowieso seit Neustem zu meinem festen Schauwerk. Manchmal schau ich es in der TV-Mediathek schon vorab an, weil mich meine Neugierde zu krass packt. Werde ich mir auch 2025 wieder reinziehen, neue Staffel fürs nächste Jahr wurde vor kurzem bestätigt.

Beide Serien haben ihren Reiz und ich könnte spontan gar nicht mal sagen, welche davon besser ist. :thumbup:

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Chrdrenkmann

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410

Montag, 5. Februar 2024, 01:25

Da ich die letzten zwei Wochen eh mit dem Dschungelcamp beschäftigt war und deswegen nicht so wirklich Bock und Zeit hatte, groß was anderes zu machen, hab ich heute vor dem Finale endlich Der Pferdeflüsterer mitgeschaut. Durch die fast drei Stunden Länge schob ich den Film trotz meiner Leidenschaft für Pferde lange auf, aufgenommen wurde er nämlich bereits am 29.12.2021. Ich hatte mal vor einigen Monaten die Kurzbeschreibung durchgelesen, wusste aber heute nicht mehr, was mich erwartet. Dadurch fand ich die Szene krass, als ein junges Mädchen und Ihr Pferd von einem Laster getötet wurden und ein weiteres Mädchen namens Grace und ihr Pferd Pilgrim schwer verletzt wurden. Der Unfall hinterließ ein Trauma bei Pilgrim und er konnte Grace nicht mehr anschauen, ohne durchzudrehen. Ich hatte natürlich wieder bei etlichen Szenen Pipi in den Augen, auch bei der Szene, als Grace es gegen Ende des Films endlich schaffte, wieder auf Pilgrim zu reiten. Ihre Mutter Annie war irgendwie seltsam. Ständig war sie mit ihrer Arbeit beschäftigt und wurde von allen dafür kritisiert, dass sie ihre Entscheidungen über die von Grace stellte. Selbst als Grace im ersten Viertel des Films meinte, Pilgrim sollte lieber eingeschläfert werden, widersetzte sich Annie. Zudem verliebte sie sich in den Pferdeflüsterer und küsste diesen sogar, obwohl ihr Ehemann Robert im selben Raum war. Die letzte Filmszene war dann, wie sie den Pferdeflüsterer austrickste, dass sie angeblich noch mal mit ihm zusammen reiten möchte. Er ging dann zum Satteln der Pferde, während sie in die andere Richtung zu ihrem Auto lief und davonfuhr, ohne sich zu verabschieden. Sie wusste, dass das alles nicht richtig war und wählte so den leichten Ausweg. Fand ich sehr geschickt von ihr. Insgesamt ein schöner Film.

Geil war übrigens, dass Super RTL nach jeder Werbepause „Der Pferdepflüsterer“ eingeblendet hat.

https://cdn.discordapp.com/attachments/7…6382a5f8dc2d5a&

411

Sonntag, 25. Februar 2024, 01:26

Das große Double Feature: Zwei interessante Filme, die ich 2023 verpasst habe und erst jetzt im Heimkino Release nachholen konnte.

Dumb Money

Der Film behandelt den Anstieg der GameStop Aktie in Zusammenhang mit der Reddit Community r/wallstreetbets und Keith Gill. Er basiert auf dem Buch "The Antisocial Network" von Ben Mezrich, welcher zuvor ja auch schon ein Buch über Facebook schrieb, welches später von David Fincher als "The Social Network" verfilmt wurde. Diesmal war Craig Gillespie der Regisseur, welcher mit "I, Tonya" und "Cruella" bereits gute Filme abgeliefert hat. Der große Star des Film ist natürlich Paul Dano, und was soll ich sagen? Er liefert wie immer ab. Die Story wird spannend erzählt und es macht einfach Spaß. Der einzige Schwachpunkt ist für mich die Musikauswahl. Es wurden viele populäre Songs der letzten Jahre eingebaut, darunter auch solche Memes wie WAP von Cardi B, was für mich so ein wenig die Atmosphäre zerstört hat. Ein reiner Original Score wäre mir lieber gewesen.

BlackBerry

BlackBerry hingegen behandelt den Aufstieg und Fall des Smartphone Herstellers (wer hätte es gedacht) BlackBerry. Wieder ein typisches Biopic über ein Unternehmen, allerdings richtig gut gemacht! Das Tempo ist genau richtig und es wurde sich auf die interessanten Ereignisse beschränkt, ohne dass die Geschichte dadurch weniger nachvollziehbar wird. Der Cast besteht aus eher unbekannteren Schauspielern, allerdings haben diese eine fantastische Performance mit viel Emotion hingelegt. Im direkten Vergleich zu Dumb Money wirkt dieser Film auch deutlich reifer und zeitloser, muss ich sagen. Wahrscheinlich mein neuer Lieblingsfilm aus dem Jahre 2023.

412

Dienstag, 12. März 2024, 21:57

Priscilla

Endlich konnte ich "Priscilla" ansehen. Im Kino hatte ich ihn leider verpasst, aber nun ist er ja auf Mubi verfügbar. Was soll ich sagen? Dieser Film wirft mein Ranking der besten Filme des Jahres 2023 noch einmal durcheinander. Priscilla kann durchaus als das Gegenstück zum Film "Elvis" von Baz Luhrmann aus dem Jahre 2022 gesehen werden. Tatsächlich könnten beide Streifen nicht gegensätzlicher sein. Elvis ist laut und pompös. Priscilla ist leise und dezent. Beide Filme sind stylish, aber auf ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Während Elvis sich auf die Karriere des titelgebenden Musikers fokussiert, beschäftigt sich Priscilla mit der Beziehung des Paares während der 60er. Dabei ist es nicht so, dass Elvis ein gänzlich glorifizierendes Bild und Priscilla ein gänzlich düsteres Bild des Kings zeichnet, aber es sind definitiv zwei Seiten der Medaille. Ich finde sogar, dass sich die beiden Filme perfekt ergänzen. Wenn man zuvor Elvis gesehen hat, dann versteht man die subtilen Anspielungen in Priscilla besser und umgekehrt hat man durch das Schauen von Priscilla endlich die Story aus ihrer Sicht, welche in Elvis weitestgehend gefehlt hat.

Sofia Coppola hat sich mit diesem Werk selbst übertroffen. Machmal macht sie gute Filme, manchmal macht sie schlechte Filme, aber dieser hier kommt einem Meisterwerk nahe. Sie hat ein Gespür dafür, die Geschichte auf eine packende Art zu erzählen. Die Bilder sind wunderschön, wenn auch oftmals melancholisch und dunkel. Sie wirken zeitgleich vintage als auch modern. Sowohl der Original Score von Phoenix (der Frontmann ist Coppolas Ehemann) als auch die Liederwahl für den Soundtrack tragen viel zur Atmosphäre bei. Auch muss ich mittlerweile feststellen, dass nicht Margot Robbie als Barbie die beste Schauspielleistung erbracht hat, sondern Cailee Spaeny als Priscilla! Jacob Elordi spielt auch einen guten Elvis, aber kommt nicht ganz an Austin Butlers Interpretation heran. Unglaublich, dass dieser Film nicht mal für eine einzige Kategorie bei den Oscars nominiert wurde.

413

Montag, 25. März 2024, 17:24

Repo Man

Hierbei handelt es sich um einen dieser Kultfilme, die auf Konventionen pfeifen. Der Streifen ist 1984 erschienen und geht stark in die surreale und absurde Richtung, ohne dabei jemals als Trash bezeichnet werden zu können. Er kann auch als Vorreiter für die frühen Tarantino Werke oder Filme wie "The Big Lebowski" gesehen werden. Die Story und Dialoge sind witzig geschrieben. Das einzig Verwirrende an dem Film sind die Schnitte, welche für abrupte Sprünge in der Handlung sorgen, aber daran muss man sich gewöhnen. Emilio Estevez (bekannt durch "The Breakfast Club" und die "Mighty Ducks"-Reihe, außerdem der Bruder von Charlie Sheen) spielt seine Rolle hervorragend! Macht einfach Spaß und sollte von mehr Menschen geschaut werden.

Citizen Kane

Diesen prägenden Klassiker musste ich auf meiner Liste noch abhaken. Er ist 1941 erschienen, aber war seiner Zeit weit voraus, da hier gleich mehrere (für damalige Verhältnisse) innovative Elemente zum Einsatz kamen. Wir haben hier natürlich einerseits beeindruckende Ton- und Filmtechniken. Die geschickte Verwendung von Licht, Schatten, Spiegelungen und Miniaturen. Außerdem eine unchronologische Erzählstruktur und Zeitsprünge, die nicht direkt zu erkennen sind. Zu guter Letzt ist es aber auch das Schauspiel, welches überzeugt. Die Figuren im Film wurden über mehrere Jahrzehnte von den gleichen Darstellern verkörpert und der Alterungsprozess wirkt authentisch. Ich muss aber zugeben, dass ich die Dramaturgie an wenigen Stellen etwas albern und die Story auch nicht sonderlich spannend finde. Heute hat er zwar nicht die selbe Wirkung auf mich, wie auf Menschen in den 40ern, aber ich kann ihm seine Qualitäten nicht absprechen. Übrigens wusste ich bis gestern gar nicht, dass das ikonische Clapping Meme aus diesem Film ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Yanni Hendrix« (25. März 2024, 17:45)


414

Dienstag, 26. März 2024, 04:17

Anatomie eines Falls

Hierbei handelt es sich um ein französisches Gerichtsdrama von Justine Triet mit der deutschen Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Er gewann bei den Filmfestspielen in Cannes 2023 die Palme d’or, war in fünf Kategorien bei den diesjährigen Oscars nominiert und bekam letztendlich auch einen Oscar für das beste Originaldrehbuch. Normalerweise hätte ich den Film wahrscheinlich ignoriert, aber aufgrund der hohen Lobpreisung wollte ich mir doch ganz gerne ein Bild davon machen. Ich war interessiert. Eins muss ich vorweg sagen: Das Schauspiel empfinde ich als die einzige Stärke, und zwar von allen Beteiligten. Zugegeben, die absurde Verwendung des Instrumentalcovers von "50 Cent - PIMP" fand ich auch einigermaßen lustig.

Kurz gesagt die Story: Der Ehemann der Schriftstellerin Sandra wird eines Tages auf dem Boden aufgefunden, da er anscheinend vom Fenster des Dachbodens gestürzt und dabei verunglückt ist. Nun steht Sandra im Verdacht. Die Handlung an sich ist hierbei im Hintergrund. Auch das Mysterium spielt keine wichtige Rolle, viel entscheidender sind die Beziehungen zwischen den verschiedenen Figuren sowie die Emotionen. Wer am Ende den ganz großen Twist erwartet, der wird vielleicht enttäuscht! Auch eine eindeutige zufriedenstellende Auflösung gibt es nicht so wirklich. Wobei, das ist vielleicht Ansichtssache. Filmtechnisch und künstlerisch weist dieser Film keine nennenswerten Qualitäten auf. Er wirkt wie ein typischer abendfüllender Fernsehfilm und ist nicht besser als ein gut gemachter Tatort oder ähnliche deutsche Produktionen.

Hier muss man ehrlich sagen, dass der Film vermutlich nur durch Sandra Hüller überhaupt große Beachtung bekam. Denn diese wurde ja in den letzten Jahren zu dem neuen Superstar des eruopäischen Kinos aufgebaut. Die Kampagne hatte Erfolg. Sie steht im Rampenlicht. Ist es verdient? Wirklich überzeugt bin ich noch nicht von dem Hype. Ich finde sie nicht besser als andere deutsche Top Schauspielerinnen. Meiner Meinung nach hatte sie bloß Glück mit dem Film "Toni Erdmann" einen Überraschungshit gelandet zu haben und seitdem läuft es wie von selbst. Aber wer weiß, vielleicht wird sie in Zukunft im nächsten Nolan Film oder in vergleichbaren Projekten mitspielen und kann einen tatsächlichen Legendenstatus erreichen. "The Zone of Interest" scheint zumindest schon mal auch erfolgreich zu sein. Ich bleibe gespannt!

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Yanni Hendrix« (26. März 2024, 04:35)


415

Dienstag, 23. April 2024, 21:08

Habe mir letztens die gesamte Fluch der Karibik-Reihe auf Prime Video reingezogen!
Die Filme (die ersten zumindest) kannte ich teilweise noch von früher, allerdings hab ich sie nie aktiv zu Ende geschaut.

Ich konnte mich jedenfalls jetzt erst so richtig mit den Filmen beschäftigen und mit fiebern.

Aufmerksam bin ich darauf nur geworden, weil einige Filmteile vor Kurzem im TV bei VOX ausgestrahlt wurden.

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416

Mittwoch, 24. April 2024, 23:36

The Sopranos

Ich habe es hinter mir. Diese sogenannte "Prestige Serie" stand schon seit Jahren auf meiner To-do Liste. Im deutschen Free TV hatte sie damals erstaunlicherweise ja keinen großen Erfolg, wurde (auf ZDF und Kabel 1) immer mal wieder abgesetzt und ging daher unter. In den USA hingegen wurde sie ein Hit. Wieso es mir so wichtig war, sie mal komplett gesehen zu haben? Weil sie als Blueprint für die modernen Dramaserien der 2000er gilt und bis heute prägend ist. Ohne sie würden beispielsweise Breaking Bad und Better Call Saul nicht existieren. Aber auch so etwas wie Ozark, House of Cards, Mad Men, Dexter. Im Grunde genommen jede zeitgenössische Serie mit einem Antihelden und ernsten Grundton.

Über die letzten Monate hinweg habe ich mir in aller Ruhe immer mal wieder eine Folge zu Gemüte geführt. Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich eine so lange Serie (es gibt 86 Folgen und jede davon geht durchschnittlich 50 Minuten) von Anfang bis zum Ende durchgeschaut habe. Es war ein wilder Ritt, aber ich bin froh darüber.

Im Vordergrund stehen Tony Soprano, ein italienisch-amerikanischer Gangster aus New Jersey, sein "Berufsfeld" und die Menschen um ihn herum. So sucht er in der Eingangsszene widerwillig eine Psychotherapeutin auf, da er von Panikattacken geplagt wird. Man merkt die Einflüsse von Filmen wie Goodfellas oder der Pate, aber kombiniert werden diese mit Elementen aus klassischen Seifenopern und Familien-Sitcoms.

Die Besonderheit an den Sopranos ist, dass 99% der Figuren unsympathisch sind. Manche sind bösartiger als andere. Manche werden durch äußere Umstände ungewollt verkorkst. Das zentrale Thema der Serie ist das menschliche Verhalten mit all seinen Fehlern und Widersprüchen, bloß inmitten eines verbrecherischen Umfelds. Es werden verschiedene Seiten der Charaktere gezeigt, sodass man zumindest verstehen kann, wieso sie so ticken. Sobald man allerdings anfängt, Mitleid mit einer Figur zu bekommen, verspielt sie es sich mit der nächsten Aktion wieder. Als Zuschauer weiß man genauestens darüber bescheid wer wen anlügt und manipuliert, die Serienfiguren wissen es allerdings nicht. Es ist spannend zu beobachten wie Dopelleben geführt werden und wie die verschiedenen Beziehungen untereinander ausgehen.

Anfangs wirkt die Serie glorifizierend, aber dieser Eindruck legt sich schon nach wenigen Folgen. Je weiter die Story voranschreitet, desto mehr sieht man, wie sehr die einzelnen Charaktere leiden und an den Folgen dieses Lifestyles zerbrechen. Es sind nicht nur die Gangster, sondern auch Unbeteiligte, die direkt oder indirekt mit reingezogen werden. Zum Ende hin ist es nur noch ein einziges Elend.

Am meisten hat mich überrascht, dass die Serie sich mit so vielen komplexen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt, wodurch sie sich auch heute noch zeitgemäß anfühlt. Genauso wie man im Bereich der Videospiele sagt, dass Fallout: New Vegas "gut geschrieben" ist, sagt man es im Bereich der Serien über die Sopranos. Man merkt es direkt, zwischen der Qualität typischer Netflix Produktion und dieser ist ein meilenweiter Abstand. Einzig die Gespräche mit der Psychotherapeutin sind etwas klischeehaft dargestellt, aber ansonsten ist hier Tiefe vorhanden. Hinzu kommt, dass jede der Rollen mit Hingabe gespielt wird, sodass man voll und ganz in diese Welt eintauchen kann. Allgemein wurde sich Mühe gegeben, der Serie möglichst viel Leben einzuhauchen. Selbst bei so scheinbar unwichtigen Sachen wie der Kleiderwahl wurden sich Gedanken gemacht. Aber genau wegen so etwas werden die Sopranos bis heute abgekultet.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Serie gnadenlos brutal ist, sowohl in der Darstellung als auch Handlung an sich. Daher bin ich froh, sie erst so spät gesehen zu haben, ansonsten hätte ich es nicht durchgestanden. Empfehlen würde ich sie definitiv niemandem, den so etwas verstört. Charaktere kommen und gehen. Niemand ist sicher. Manchmal kommen Sideplots aus dem Nichts. Jede kleinste Entscheidung wird später noch relevant und hat Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte. Hier greift der Butterfly Effect.

Die finale Szene hat viele enttäuscht, aber wenn man sie genau analysiert, weiß man, was danach noch passieren wird. Es ist kein episches Finale, wie man es vielleicht aus Breaking Bad oder GOT kennt. Im Gegenteil, es ist so dezent wie nur möglich, aber dennoch hinterlässt es einen Eindruck. Abschließend kann ich sagen, dass die Sopranos sich mit Leichtigkeit in die Top 3 meiner Lieblingsserien katapultiert haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Yanni Hendrix« (25. April 2024, 00:12)


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Chrdrenkmann

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Dienstag, 4. Juni 2024, 16:53

Ich habe zwei Anime-Filme gesehen: One Piece Film: Red vom Oktober 2022 und Detektiv Conan - Das schwarze U-Boot vom Oktober 2023. Aufpassen wegen Spoilern im Post, falls die mal wer selbst schauen möchte.

One Piece Film: Red war insgesamt schon nice. Mir gefiel Uta als Antagonistin, weil sie im ersten Moment nicht wie eine wirkte, aber ihre Rolle passte doch sehr dazu. Ein bisschen zu viele Songs und ein deutlicher Animationseffekte-Overkill (gerade beim Kampf gegen Tot Musica konnte ich gar nicht mehr durchblicken, wer was genau tat), doch die Story und Charaktere waren cool. Ich hätte zum Beispiel niemals gedacht, dass Bruno, Oven und Brûlée hier irgendwie relevant werden könnten. Die Thousand Sunny als laufendes Maskottchen war dagegen unnötig. Mit dem FIgarland-Drop nahm man sogar einen Manga-Reveal vorweg, das war ebenfalls recht krass.

Aber noch mehr hat mir auf jeden Fall Detektiv Conan - Das schwarze U-Boot gefallen. Ich würde spontan nicht sagen, dass es mein bisheriger Lieblings-Conan-Film ist, weil ich die meisten späteren Teile von 1-20 kaum noch im Kopf habe, doch er ist mindestens weit oben mit dabei. Allein die Tatsache, dass die Schwarze Organisation Ai für Sherry hielt und sie zwischenzeitlich in Gefangenschaft nahm, war unfassbar heftig. So eine intensive Begegnung, dass Ai auffliegt, gab es bisher noch nicht mal im Manga. Und Conan stellte sich ohne zu zögern allein der Gefahr, obwohl er nicht wusste, gegen wie viele Organisationsmitglieder er es aufnehmen müsste und dass dann auch seine Tarnung hätte dahin sein können. Im Grunde habe ich nur zwei Kritikpunkte: 1.) Dass es sich bei Grace um Pinga handeln wird, war mir ab dem Moment klar, als es zum Missverständnis um 1x oder 2x Kaffee kam, auch wenn ich die eigentliche Bedeutung der Szene nicht erkannt hatte. Solche vermeintlich belanglosen Szenen baut Gosho im Manga allerdings immer ein, wenn sich der Täter einen Fehler leistet. Das hätte man sicherlich unauffälliger lösen können. Und 2.) Nie im Leben hätte Gin Kir unversehrt gelassen, als diese seinen Arm griff und darum bat, die Tür zu Ai/Sherry nicht zu öffnen. Er misstraut ihr schon im Manga mehrfach und hier schritt sie massiv in sein Vorhaben ein. Normalerweise hätte er sie dafür direkt erschossen. Bis auf diese beiden Punkte ein echt spannender Film!

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Sonntag, 16. Juni 2024, 17:03

Wonka

Ich wusste nicht, dass es sich um ein Musical handelt und war dementsprechend nicht darauf vorbereitet, dass auf jede kurze normale Szene ein ausführlicher Song (meist auch samt Choreographie und übertriebener Inszenierung) folgen würde. Na gut, erst einmal nicht so wild, allerdings sind die Lieder anstrengend und lenken von der ansonsten soliden Handlung ab. Der Soundtrack in der letzten Szene war gut, aber ansonsten zu generisch für meinen Geschmack. Die Aufmachung und der Humor des Films haben mich an die beiden Paddington Filme erinnert und bei meiner Recherche kam heraus, dass tatsächlich derselbe Regisseur dahinter steckt. Stilistisch könnte der Film auch genauso gut in den frühen 2000ern erschienen sein. Der hat diese gewisse Magie von damals. Zum Plot: Kurz gefasst geht es um die Anfänge der Hauptfigur Willy Wonka. Auf seinem Weg zum erfolgreichen Schokoladenhersteller/Verkäufer werden ihm Steine in den Weg gelegt. Es ist ein Prequel zum Buch "Charlie und die Schokoladenfabrik", steht allerdings in keinem direkten Zusammenhang zu dem gleichnamigen Film. Timothée Chalamet in der Hauptrolle macht seinen Job gut, passt aber nicht so ganz. Die restlichen Schauspieler liefern eine langweilige Performance ab. Im Vergleich zu den Disney Realverfilmungen ist das schon mehrere Stufen besser, aber empfehlen würde ich ihn dennoch nicht, außer man mag Musicals.

City of God

Dieser viel gelobte Klassiker stand schon seit Jahren auf meiner Liste. Es handelt sich um einen (nicht ganz so typischen) brasilianischen Gangsterfilm, welcher in den ärmeren Gegenden von Rio de Janeiro spielt. Ich kann den Hype verstehen, aber hätte mehr erwartet. Der Anfang ist zäh und erst ab der zweiten Stunde konnte ich eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Das Ende ist aber zufriedenstellend. Er verdient es nicht in den Letterboxd Top 20 zu stehen, aber er ist zumindest in der gleichen Riege wie "La Haine" oder "Slumdog Millionaire". Ich fands positiv, dass sich auf mehrere Figuren gleichzeitig konzentriert wurde, welche auch alle vernünftig geschrieben waren. Übrigens weiß ich erst jetzt woher die Bezeichnung "Locke der Boss" kommt.

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