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ThaddäusTeewurst

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41

Dienstag, 27. Januar 2015, 23:12

Zitat von »Ptero«

Am schlimmsten ist es meines Wissens im Saarland

natürlich, da ist alles am schlimmsten

Zum Thema:
Ich finde das deutsche Schulsystem gar nicht mal sooo übel. Der Bildungsweg selbst ist zwar teilweise noch verbesserungswürdig (dazu komm ich gleich), aber der größte Kritikpunkt liegt darin, dass die Schulen nicht einheitlich lehren. Es wurde ja schon angesprochen, dass Abschlüsse in bestimmten Bundesländern in anderen nichts wert sind, aber es fängt ja schon lokal an: 2 unterschiedliche Schulen, die in der selben Stadt (in diesem Fall sogar in derselben Straße) liegen, haben unterschiedliche Lehrpläneund benutzen andere Bücher. Wenn man noch ein wenig mehr ins Detail geht, gibt es in ein und dem selben Jahrgang nicht einmal den selben Stand. Das liegt teilweise aber nicht einmal an der Qualität der Schüler, sondern an den Lehrern, grade in den Naturwissenschaften werden viele Themenunterschiedlich stark behandelt. So hat Klasse A in Chemie bereits gelernt, wie die innermolekularen Wechselwirkungen aussehen, während Klasse B noch nie etwas von Dipolen gehört hat. Das ist mMn das größte Problem, an dem deutsche Schulen kranken.
Wie oben erwähnt habe ich einen Vorschlag zur Umgestaltung des deutschen Bildungswesens (kam in der Sozialkunde-Klausur zustande), dessen Kern vor allem in der Similarität der jeweiligen Bildung in den Bundesländern liegt. Alle Kinder gehen nämlich gleich (ganz gleich ob lernbehindert, aus bildungsfernen Schichten oder sonstwas) in den Kindergarten und Vorschule, wo alle die selben Grundlagen gelehrt bekommen, in erster Linie (grade in Hinsicht auf die steigende Migrantenrate) die Grundlagen der deutschen Sprache, was ja für die nativen Kinder auch nützlich ist. In der Grundschule (die nach wie vor landesweit den selben Lehrplan und Standard hat) kommen dann die weiteren Grundlagen: Lesen, schreiben, rechnen. Und nicht etwa schon Religion, "Sach-" oder (Gott bewahre) Sexualkunde, und wenn dann nur ab der 3. oder vierten Klasse (mit Ausnahme von letzterem natürlich). Ab der 5. Klasse folgt nun allerdings im Gegensatz zum jetzigen Schulsystem keine Aufteilung in 3 Schularten, sondern alle Schüler besuchen eine Schule (mit einem Niveau das dem der Realschule entspricht) bis zur 8. Klasse. Erst dort erhält der Schüler die Wahl, ob er auf eine Gymnasium-artige Schule wechseln möchte bzw. kann (anhand seiner Fähigkeiten) um danach die Universität zu besuchen, oder ob er noch zwei Jahre weiterhin auf dem aktuellen Niveau bleiben möchte um danach eine Ausbildung anzufangen. Der Clou dabei ist, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt die Interessen und Zukunftsziele des Schülers zumindest grob herausgebildet haben sollten, und er somit für sich selbst die Entscheidung über seine Zukunft fällt.
Probleme hierbei sind natürlich, dass Schüler von dem Realschulniveau unter- sowie überfordert sein werden, für diese würde es natürlich besondere Förderung geben. Essentiell ist wie oben schon gesagt, dass alle Menschen dasselbe Recht und die selben Chancen auf Bildung haben sollten. Dass es bei geistig behinderten Menschen besonderer Förderung bedarf ist klar, jedoch erachte ich es als wichtig, diese Menschen zu integrieren und ihnen grade durch die Tatsache, dass sie mit "normalen" Menschen in einem Klassenraum sitzen und Seite an Seite mit ihnen zu lernen aufzuzeigen, dass auch sie eine Chance haben und dementsprechend zu motivieren.
Soweit meine bescheidene Meinung :/o:

42

Mittwoch, 28. Januar 2015, 13:59

unterschiedliche Schulen, die in der selben Stadt (in diesem Fall sogar in derselben Straße) liegen, haben unterschiedliche Lehrpläne und benutzen andere Bücher. Wenn man noch ein wenig mehr ins Detail geht, gibt es in ein und dem selben Jahrgang nicht einmal den selben Stand. [...] Das ist mMn das größte Problem, an dem deutsche Schulen kranken.:

Naja, nicht ganz. Alle Schulen innerhalb eines Bundelandes auf dem gleichen Bildungspfad haben exakt die gleichen Lehrpläne. Die Unterschiede gehen von den Lehrern aus. Die Lehrer können frei entscheiden, welches Thema vom Lehrplan sie wann machen und wie viel Zeit sich dafür in Anspruch nehmen, welche Bücher sie benutzen, (teilweise) welche Lektüren gelesen werden, und natürlich auch generell wie der Unterricht gestaltet wird. Dadurch ergeben sie die riesigen Unterschiede.

Ich finde aber, fürs erste sollte man mal die Lehrpläne auf Bundesebene festlegen, dann kann man über innerschulische Sachen reden. Diese komplette Gestaltungsfreiheit der Bundesländer hat einfach null Sinn.

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Quatschtütenwürger

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43

Samstag, 14. Februar 2015, 00:27

Ist es nicht auch vielleicht sinnvoll, dass selbst Schulen gleicher Schulart nicht exakt gleich sind? So können sich Schüler eher nach eigenen Präferenzen und Vorlieben zu bestimmten Schulen begeben. Bei uns gab/gibt es drei Gymnasien, der eine mit eher modernem Schwerpunkt (zB Französisch ab Klasse 5), die andere hatte einen sehr klassisch-philologischen Ansatz (Latein, viel Wert auf Musik usw.) und die dritte ... war so "normal".
Ich finde das eigentlich ganz charmant.
Die Bemühungen der Gleichmacherei ist etwas, das übrigens später im Bildungsweg (Studium) ja aktiv als Missstand angeprangert wird. Ich glaube, es bräuchte mehr Informationen über die Stärken und Schwächen einzelner Schulen, sodass man die Ergebnisse der Schüler einer jeden Schule besser einordnen kann.

44

Samstag, 14. Februar 2015, 09:22

Es geht mir ja nicht um irgendwelche Schwerpunkte, sowas haben wir an der Schule auch, es geht mehr darum, dass die Berwertungsmaßstäbe INNERHALB einer Schule angepasst werden, denn wie gesagt besteht da von Lehrer zu Lehrer ein himmelweiter Unterschied.

Ein Beispiel: Zwei Grundkurse im Fach Geschichte im 12. Schuljahr and der selben Schule. Zählt fürs Abi, trotzdem kann sich der Unterschied im Stoff von Lehrer zu Lehrer einfach extrem umterschieden. Die Lehrer dürfen ihr Klausuren völlig selbst gestalten, selbst Schwerpunkte setzen, selbst den Erwartungshorizont auslegen, und dann subjektiv beurteilen ob dieser eingehalten wurde. Der ganze Prozess wird nicht wirklich kontrolliert (der Studienleiter guckt ma kurz drüber, aber hab noch von keinem Fall gehört indem er eine neue Klausur angeordnet hat oder so). D. h. schon die schriftlichen Noten unterschieden sich immer stark voneinander, und die mündlichen sind sowieso zu 100% subjektiv.

Ich bin eig auch gar nicht hier, um mich groß zu beschweren, ich habe tendenziell nämlich eher Glück mit meinen Lehrern in der Oberstufe. Worauf ich aber dennoch hinaus will, ist dass die eigentlichen Abiprüfungen das einzige im ganzen Schulsystem sind, das jemals einheitliche Maßstäbe hat, während die Noten aus den zwei Jahren davor (also 2/3 des Abis) komplett aus den Launen der Lehrer heraus entstehen. Dennoch gibt es am Ende für jeden eine Note, und keiner fragt dann mehr, wie das zustande gekommen ist. Ein wenig mehr Vergleichbarkeit würde definitiv nicht schaden.

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Tʜe мasłeЯ of MoońwaLĸ

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45

Dienstag, 24. März 2015, 22:38

Also ich finde das jetzige Schulsystem okay, jedoch gibt es schon ein paar wichtige Punkte, die ich zu bemängeln hätte. Ich glaube, was das Niveau angeht, so liegt Deutschland im Mittelfeld. Die Tatsache, dass man in Zukunft auf Ganztagsschulen setzt, finde ich aber nicht so förderlich. Ich habe so den Eindruck, dass die Kinder vor 30 Jahren die Hausaufgaben, die Klausuren etc. noch besser gemanagt haben als die Kinder von heute, weil sie schlicht einfach weniger Wochenstunden hatten. Ich verstehe zwar, dass man so schnell wie möglich Arbeitsplätze besetzten möchte,
jedoch sollte man sich z.B. überlegen, ob das Abitur nach 12 Jahren anstatt 13 Jahren für die Schülerinnen und Schüler wirklich so sinnvoll sei.


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Ptero

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46

Samstag, 18. April 2015, 12:40

Finnland hat nicht umsonst das beste Bildungssystem laut der Pisa-Studie in Europa. Die Finnen schaffen die Schulfächer ab und arbeiten jetzt nach sogenannten "Phänomenen". Das sind selbst erarbeitete Themen, wie z.B Cafeteria und EU. Die Schüler können dort Elemente von Mathematik am Beispiel von Lebensmittelmengen oder Rechnungen und Trinkgeldern bearbeiten, dazu Fremdsprachen üben, um ausländische Kunden bedienen zu können, daneben auch Schreiben und Kommunikation trainieren. Ein Themenblock über die "Europäische Union" würde dann Elemente aus den bisherigen Schulfächern Geschichte, Wirtschaft, Fremdsprachen und Geografie enthalten.
Ich finde so etwas einfach nur genial. Man lernt etwas für das Leben (anders wie in Deutschland) und muss nicht nach einem "Lehrplan" arbeiten. Und so erübrige sich auch die Frage "wofür lerne ich das überhaupt?".
Was meint ihr?

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Krosso

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Samstag, 18. April 2015, 12:45

Finnland hat nicht umsonst das beste Bildungssystem laut der Pisa-Studie in Europa. Die Finnen schaffen die Schulfächer ab und arbeiten jetzt nach sogenannten "Phänomenen". Das sind selbst erarbeitete Themen, wie z.B Cafeteria und EU. Die Schüler können dort Elemente von Mathematik am Beispiel von Lebensmittelmengen oder Rechnungen und Trinkgeldern bearbeiten, dazu Fremdsprachen üben, um ausländische Kunden bedienen zu können, daneben auch Schreiben und Kommunikation trainieren. Ein Themenblock über die "Europäische Union" würde dann Elemente aus den bisherigen Schulfächern Geschichte, Wirtschaft, Fremdsprachen und Geografie enthalten.
Ich finde so etwas einfach nur genial. Man lernt etwas für das Leben (anders wie in Deutschland) und muss nicht nach einem "Lehrplan" arbeiten. Und so erübrige sich auch die Frage "wofür lerne ich das überhaupt?".
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Wäre mMn schon eine coole Idee...

Chrdrenkmann

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48

Samstag, 18. April 2015, 13:43

Klingt ganz nett, aber damit man so was richtig beurteilen kann, müsste man wesentlich mehr darüber wissen als das, was du geschrieben hast.

Ptero

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49

Samstag, 18. April 2015, 14:00

Hier mal etwas ausführlicher von FOCUS: http://www.focus.de/politik/ausland/refo…id_4566089.html

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50

Mittwoch, 8. Juni 2016, 17:53

Ich könnte noch ein wenig Stellung nehmen. Vorhin hat MrWissen2go ein Video über "die behinderte Welt" veröffentlicht und da wird (sowohl im Video als auch bei den Kommentaren) auch über Inklusion gesprochen, und ein Thema wird dabei nicht erwähnt, was mich auch betrifft: "normale" Schüler, die weniger/kaum/garnicht als behindert (sowohl geistig, als auch körperlich, als auch bei lernen) betrachtet werden und trotzdem zur Förderschulen gehen (müssen), wegen irgendwelchen Gründen, die in Wirklichkeit ihnen wenig zutriffen und ausprägen, und Bürokratie. Diese könnten genauso in Regelschulen gehen (oder würden dort eher passen), aber dazu haben wir (leider) ein kompliziertes Schul-/Bildungssystem, was dazu kommt, dass man ihnen ihren Zukunft mehr verbaut. Dazu muss man sagen, dass sie von Gesellschaft nicht gleich gesehen werden und stattdessen lieber "aufpassen". Bei Menschen zählen dabei die Persönlichkeit, nicht ihre Probleme.

Von mir wisst ihr schon einiges, aber das hier, hat mich und das Gesellschaft geprägt. Bei mir kommt es manchmal vor, dass ich irgendwie nicht zur "normalen" Gesellschaft gehöre und mich eher kaum leiden kann (von fast allen, auch welche die mir nah stehen). Diese machen trotzdem was mit mir, weil diese es "müssen" und nicht ehrlich sind (gegenüber mir ehrlich sein ist mir wichtig). Ich kann kaum was mit meinem Leben machen und ich zweifel auch an die Zukunft, da ich so wirklich kaum Vorstellungen habe (wenn ja, dann glaub ich kaum, dass das wirklich erfüllt wird). Ich habe ein blödes Erscheinungbild von mir, wo die Leute irgendwas Falsches von mir denken/bei mir was Falsches betrachten und deshalb mit mir nichts zu tun haben wollen. Durch meine Schüchternheit geht das auch nicht anders. Ergo bin ich kein Individiuum, ist alles unzivilisiert und scheiße.

 Spoiler



Tschuldige dafür. :-S

Ach ja, ich möchte gar nicht als behindert/Behinderter gesehen werden, wozu auch, wenn ich "normal" bin.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SBob« (8. Juni 2016, 18:13)


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