Das Etikett auf der Episodenkarte ist herrlich ironisch, denn wäre das in der Episode am Kostüm gewesen, hätte SpongeBob sich eine Menge erspart.

Ansonsten passt mein Legoschweinemann-Avatar natürlich perfekt, heute ist auch Schweine-Kostüm-Tag.
SpongeBobs Abspackung am Anfang war ausnahmsweise in Ordnung, um einen Gorilla zu imitieren. Ich mochte den Lianenflug zum Kalender und den aufgeregten RL-Gorilla, jedoch war SpongeBobs anschließende Grimasse zu viel. Dass dann noch Patrick per Liane in SpongeBobs Ananas krachte, war aber eine schöne Fortsetzung der Action. Die Banane, aus der das Kostüm kam, nahm ich mal so hin. Patrick fand das jedenfalls ziemlich toll, ich dagegen nicht seine übertriebene Fresse. Auch seine Verwechselung des Reißverschlusses mit einer silbernen Fritte gefiel mir nicht, aber zumindest hatte er dabei eine besänftigende Tonlage. In der Stadt war Hibbelig-Patrick dann wesentlich sinnvoller, um sein übertriebenes Schauspiel des Ahnungslosen zu unterstützen. Es war toll anzusehen, dass die beiden Spaß beim Streich hatten, doch wurden die Bananen im Supermarkt hoffentlich bezahlt! Ebenfalls gut war, dass Patrick meinte, irgendein Idiot hat den Reißverschluss kaputtgemacht und sein Einkaufswagenfahren mit der Kettensäge.
Die Vorstellung an sich, dass SpongeBob mit so einem Kostüm in der Krossen Krabbe arbeiten musste, fand ich super - die Umsetzung war allerdings meh. Warum sollte in der Küche ein Golfschläger stehen? Und auch wenn SpongeBob durch das Kostüm nicht wirklich was sehen konnte, so war es mir viel zu gezweckt, dass er diesen nicht so vor sich hielt, um ihn zu erkennen. Als er den Schläger griff, sah man direkt danach alles aus SpongeBobs Perspektive und es war lediglich sein Sichtfeld eingeschränkt, also hätte er ihn locker identifizieren können. Auch dass er dann alles kreuz und quer auf dem Grill verteilte und meinte, es würde gut aussehen, passte nicht, wenn die Gegenstände klar zu sehen waren. Schließlich wurde SpongeBob für einen echten Gorilla gehalten und die Leute flohen aus der Krossen Krabbe. Hier war SpongeBobs Kommentar großartig: „Ich bin kein Gorilla! Ich bin ein Griller!“, den konnte man wunderbar aus dem Englischen übernehmen. Seine Korrektur an Mr. Krabs, dass Gorillas keine Affen seien, war ebenso klasse.
In der Innenstadt eskalierte die Lage schnell und SpongeBobs echauffiertes „Was?“ war genial. Wieso wurde aber erst jetzt darüber berichtet, wenn SpongeBob schon am Morgen für allerlei Chaos sorgte? Na ja, vielleicht, weil jetzt angeblich ein Baby in Gefahr war und dieses laut schrie. Der Fake-out mit dem Zoowärter aus 263a war grandios, als plötzlich Patrick aus dem Wagen kam und die Rolle des Zoowärters übernahm. Er wurde auch gut eingesetzt, um die Lage zu verschlimmern. Es war endlich mal wieder ein schöner Einsatz von Problem-Patrick, der wider besseres Wissen den Streich aufrechterhalten wollte und nicht nur dumm irgendeinen Unsinn verzapfte, der jemanden in die Bredouille brachte. Ein bisschen forciert war sicherlich, dass der Zoomitarbeiter SpongeBob sprechen hörte und ihn dennoch für einen Gorilla hielt, aber sei es drum. Die detaillierte Einstellung mit den Händen und Augen des echten Gorillas war cool und es war amüsant, dass SpongeBob mit seiner Imitation die Gorillas verschreckte. Dafür feierten die Besucher seine Performance und SpongeBob wollte wegen Gratiserdnüssen nie wieder das Kostüm ausziehen. Seine Arbeit liebt er aber schon noch mehr, oder?
Ein echter Gorilla konnte aus dem Zoo ausbrechen und ging in die Krosse Krabbe. Hier war recht witzig, dass Mr. Krabs mit Nachdruck verlangte, dass SpongeBob das Kostüm ausziehen soll und dass der Gorilla Thaddäus’ Klarinettenmusik schrecklich fand. Solche Missverständnisse bringen immer etwas Schwung rein. Es gab eine schöne King-Kong-Szene auf dem Leuchtturm der Bootsfahrschule und als ein überaus glücklicher Patrick im Nachrichtenheli ins Bild kam, erfreute mich das ebenfalls. Seine durchgängige gute Laune in dieser Episode trug viel zum Spaßfaktor bei. Und er war sogar so intelligent, dass er den Reißverschluss richtig benutzen wollte, jedoch beim falschen Gorilla, dem dadurch lustigerweise das Fell ausgezogen wurde. Die Feuerwehrleute verwendeten Mrs. Puff als Trampolin, was eine der besten Szenen der Episode war. SpongeBob aß Läuse, was zwar ein bisschen eklig war, aber zumindest sah man durch das Kostüm nichts Näheres. Die Ideenbanane im Himmel war gut und das SpongeBob-Kostüm spitze, auch wenn das Problem mit dem Gorilla-Kostüm so nicht richtig gelöst wurde. Besonders erfreute mich das Känguru-Kostüm, weil Kängurus in der Serie noch nie zu sehen waren und es in Loud House ein tolles Känguru gibt. Das Ende mit Thaddäus und dem RL-Gorilla (nicht der vom Anfang der Episode) war ok, irgendwie musste man ja doch noch an 56b erinnern. Zumindest denke ich, dass das eine Referenz sein sollte.
Die Episode bot für elf Minuten eine ganze Menge und konnte permanent unterhalten. Sehr positiv ist anzumerken, dass Patrick weitestgehend mal nicht nervig war. Abzüge gibt es hier und da (die Grimassen am Anfang, die gezweckten Krosse-Krabbe-Gags und das Läusefressen), eine solide 2 ist es aber sicher.