War ja klar, dass Folge 325 noch eine Tierepisode enthalten muss. 25a hatte Wurmi, 125b die Abfallgrottenviecher, 225b Pferde-Patrick und diese Episode nun halt das Wurmschwein. Die drei bisherigen Episoden waren für mich gut, schlecht und wieder gut. Da kann man schon mal gespannt sein, ob diese Kette fortgesetzt wurde.
Am Anfang fand ich schon mal seltsam, dass der Alte Jenkins SpongeBob für einen Regierungstypen hielt, obwohl er ihm bereits oft begegnete und auch eine Bestellung aufgegeben hatte. Das konnte man aber damit relativieren, dass er ein verwirrter alter Mann ist. SpongeBobs Bemerkung, dass er schon Löcher hat, war ganz ok. Dann machte der Alte Jenkins ein Bohei daraus, dass er keine Gratisserviette bekam. Jemand, der in „Generation Gruft“ eine Ketchup-Mayo-Senf-Suppe aus seinem Bart schlürfte, schert sich garantiert um eine Serviette. Der kurze genervte Blick von SpongeBob während seiner Tirade war aber klasse und auch ein bisschen süß. Dass SpongeBob seine Arme verknotete, um nichts anzufassen, war etwas albern und die Scheune hätte er früher sehen können als erst direkt vor ihr. Das Missverständnis um die Nachricht, dass SpongeBob kein Schwein ist und damit nicht gemeint sein konnte, war lustig. SpongeBob öffnete die Tür mit seinem nackten Fuß und ich lasse das durchgehen, weil es in der Szene Sinn ergab.
Patrick bekam vom Arschwackeln aus der vorherigen Episode nicht genug und so tat er es auch in seiner ersten Szene hier. SpongeBobs Gesicht an der Schminkstation war nicht schön und Patricks Furz im Schlammbottich noch viel weniger. Beide bemerkten nicht, dass das Wurmschwein gerade erst ausgebüxt sein musste, denn plötzlich war eine Sandspur zu erkennen, die außerhalb der Scheune weiterging. Die Spur blieb vom Aussehen komischerweise unverändert, obwohl der Boden draußen dunkler wurde und SpongeBob und Patrick waren zu dämlich, dieser Spur einfach zu folgen. Na ja, vielleicht hörte sie auch kurz dahinter auf. Patricks schlechte Schweineimitation war dafür recht witzig und bei dem überklebten Wurmschwein-Bild mit seinem Gesicht musste ich sogar lachen, was heutzutage nur noch sehr selten passiert. Bei Patricks Vermutung, dass es sich bei Plan B um „Aufgeben?“ handeln könnte, schmunzelte ich auch wieder. SpongeBobs Falle beinhaltete natürlich wieder Krabbenburger und Patricks Kotelett-Vorstellung war irritierend. Ich wusste gleich, dass Patrick die Krabbenburger-Falle auslösen würde und bei Patricks Falle hätte der Alte Jenkins besser aufpassen können. Die Seifenoper-Falle war allerdings in Ordnung.
Der Alte Jenkins drehte durch und jagte nun nicht mehr sein Schwein, sondern SpongeBob und Patrick. Ich mochte die Atmosphäre mit seinem fiesen Lachen im dunklen Wald. Dann wurde es vollkommen absurd: Der Alte Jenkins stellte ihnen eine Falle mit seinem Bart und sie versanken in diesem. Das war die einzige Szene, welche ich mir aus der englischen Watch-Runde behielt, was aber auch für Kreativität bzw. Individualität spricht. Und ich hätte damit wahrscheinlich nicht mal so ein großes Problem gehabt, wenn nicht eine Zeittafel darauf hinwies, dass mehrere Monate vergangen waren. Was nahmen SpongeBob und Patrick in all der Zeit an Nahrung zu sich? Einen Fluss zum Trinken hatten sie zumindest. Des Weiteren wunderte ich mich, dass niemand nach ihnen suchte. Gerade Mr. Krabs hätte alles in die Wege geleitet, um seinen Burgerbrater aufzuspüren. Der Alte Jenkins fragte sich, welche Geräusche er ständig aus seinem Bart hörte und er kam nach Monaten nicht auf die Idee, ihn genauer zu untersuchen? Diese lange Zeitspanne war komplett unlogisch.
Noch bekloppter wurde es, als der Alte Jenkins selbst in den Bart stieg. SpongeBob und Patrick spielten Dame und Patrick rief „Geh fischen!“, was nett war und dann tauchte der Alte Jenkins auf. Dieser zündete seinen Bart an und war völlig überrascht, dass nun auch er durch den Brand in Gefahr geriet. Ja, allmählich ergab es Sinn, dass er SpongeBob für einen Regierungstypen hielt, denn offensichtlich ist er mittlerweile maximal hohl. Das hässliche Wurmschwein eilte zur Rettung und der Alte Jenkins muss Patricks Rat gefolgt und die Suche monatelang aufgegeben haben. Auf der anderen Seite machte das Wurmschwein auch keine Anstalten, früh zurückzukehren, denn der Wettbewerb war bestimmt nicht so weit weg und dauerte nicht so lang. Also ja, die Zeitspanne wurde immer unsinniger. Und selbstverständlich wurde dann noch enthüllt, dass SpongeBob die Serviette in seiner Hosentasche hatte und der Alte Jenkins jagte sie wütend fort. Ein Twist, den es so schon sehr häufig in der Serie gab, aber da SpongeBob wahrscheinlich ohnehin in die Scheune gegangen wäre, machte das keinen großen Unterschied.
Diese Episode hatte Höhen und Tiefen. Am prägnantesten war die Bartwelt und ich frage mich, wie man auf so einen kranken Shit kam - sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Ich fand die durchaus interessant, aber der zu lange Aufenthalt von SpongeBob und Patrick und die daraus resultierenden Logikfehler waren krass. Ansonsten fand ich hier und da was lustig, doch Szenen wie der Quatsch rund um die Serviette und Patricks Furz waren unschön. Am Ende komme ich bei einer knappen 3- raus. So, hab ich noch irgendwas vergessen? Irgendeine Anspielung auf meinen Legoschweinemann-Avatar? Ihr dachtet wohl, die kommt nicht mehr.

Ach ja, und die Tierepisoden-Reihe wurde mit einer mittelmäßigen Episode fortgesetzt!