Bei so einer Titel-Steilvorlage - vor allem auf Englisch mit „SpongeBob TrashPants“ - hofft man schon fast, dass die Episode suckt, damit man den Gag auch bringen kann. Dennoch ging ich wieder vollkommen unvoreingenommen an sie heran. Ich hatte zwar einen neutralen Gesichtsausdruck, innerlich freute ich mich allerdings, ein neues Abenteuer von SpongeBob zu sehen. Tja, und dann kam er singend mit einer beschissenen Grimasse ins Bild gelaufen und alles war sofort vorbei. Ich musste direkt pausieren, weil ich da schon wusste: Das wird eine von DIESEN Episoden. SpongeBob hatte dann noch einen seltsamen Arm, um seinen Zeigefinger zum Ermitteln der Windrichtung zu befeuchten. Den Shot mit dem völlig überfüllten Strand, als SpongeBob meinte, dass er die perfekte Stelle gefunden hätte, fand ich aber recht witzig. Spätestens beim Hinlegen fiel mir so richtig ins Auge, dass der Himmel aus Gelb- und Brauntönen bestand und in Kombination mit dem Sand war das komplette Bild quasi gelblich. Schon klar, dass das die Hitze am Strand darstellen sollte, jedoch fühlte sich die Atmosphäre dadurch die gesamte Zeit über bedrückend an. Eigentlich finde ich es ja gut, wenn was Neues probiert wird, aber das war einfach nicht schön.
Ganz nett war, wie ein Fisch gleichgültig meinte, dass ihm die Eisverpackung jetzt nicht mehr gehörte. Die Nahaufnahme des Typen, der sich auf eine Cola freute, war auch amüsant. SpongeBob riss ihm die Flasche versehentlich aus der Hand und ich fand lustig, wie traurig er dann wurde. Die Frau, welcher ihr Obst auf den Kopf fiel und sie deshalb zum Tanzen animiert wurde, war zwar cringe, aber zugegebenermaßen auch etwas lustig, weil es eben so herrlich dämlich wirkte. Es folgten viele weitere harmlose Zwischenfälle durch SpongeBobs Verfolgung einer Verpackung, auf die ich nicht im Detail eingehen möchte, doch das Versenken des Seepferdchen-Schwimmreifens ging natürlich gar nicht. SpongeBob hatte nun die Mission, den Strand aufzuräumen und benutzte hierbei eine tiefe Stimme mit bescheuertem Gesichtsabdruck, was ein Running Gag wurde. Das Problem an einem Running Gag ist halt, dass wenn er schon beim ersten Mal nicht lustig war, bei jedem weiteren Mal mehr und mehr nerven würde. Genau das war hier leider der Fall. Bei der darauffolgenden netten Gesangseinlage war es sehr praktisch für den Schwamm, dass der Müll in einer geraden Linie verteilt lag, um ihn bequem mit dem spitzen Stock aufzusammeln. Keine Ahnung, wie man das Ding nennt.
SpongeBob stach Plankton damit selbstverständlich in den Hintern, wobei man fairerweise sagen muss, dass alle anderen Stellen wohl ein bisschen brutal gewesen wären. Dann waren drei Leute enttäuscht, dass es sich bei Plankton um keine Gurke handelte und einer meinte, er wäre nur wegen der Gurken an den Strand gekommen. Einer der schlechtesten Gag-Versuche, die ich jemals gesehen habe. Über SpongeBob, der eine Idee hatte, erschien eine Leuchtstoffröhre statt einer Glühbirne, was auch ein wenig random, aber ok war. Er saugte eine Menge Sand mit einem Staubsauger weg, was witzig aussah und darunter befand sich einfach so Metall, sodass die Fische gebraten wurden. Schon wieder random, aber ok. SpongeBobs lange Beine beim Runterschauen waren allerdings nur dumm, Larrys Kommentar mit „Hey, schicke Bräune!“ dafür besser. Als SpongeBob den Umweltsünder Blubberbernd sah, hatte er wieder sein Tiefes-Stimme-Gesicht und ich werde das wahrscheinlich jedes Mal so nennen, um nicht immer neu überlegen zu müssen. Mit einer anderen Grimasse hielt SpongeBob eine kurze Rede und man durfte sich allmählich die Frage stellen, ob er wieder dem Imitations-Irrsinn verfallen war. Er konnte nicht mal für ein paar Sekunden die Blödeleien sein lassen.
Blubberbernd war am Enterhaken und wurde zu einem Pferd, was ich natürlich gut fand, aber an sich - mal wieder - nur random wirkte. Der Gag mit dem Polizisten, der sich über die Blumen und die Herzschokolade freute, war aber eindeutig schön. Das nächste tolle Pferd gab es dann gleich bei Slappy, der eine Leichenkutsche fuhr und ich sah korrekt voraus, dass er auftauchen würde, denn es war naheliegend, dass bei der Hitze irgendein Witz mit Nosferatu vorkommen wird, der davon nicht begeistert war. In der Tat verbrannte Nosferatu durch die Sonne, was erst vor vier Folgen in „Die Monster Krabbe“ geschah. SpongeBob kehrte Nosferatus Asche auf und bezeichnete diese als Müll, was ich nicht treffender formulieren könnte. Slappy war aus irgendeinem Grund erfreut, dass der Verkehrsunfall passierte, obwohl sein Meister zu Schaden kam. Ich verstehe schon, dass er einen Hang zum Schlechten hat, aber in dem Fall hätte er sich eher Sorgen machen müssen. SpongeBob erblickte noch ein Stück zusammengeknülltes Paper und hatte schon wieder ein Tiefe-Stimme-Gesicht. Die kleine Spielerei mit den schwarzen Balken war in Ordnung, jedoch ein typischer Vierte-Wand-Gag.
SpongeBob buddelte ein Loch und hatte eine weitere widerliche Fratze. Das Hin-und-Her-Kicken des Loches fand ich aber super, von solchen spaßigen Einfällen brauchen wir viel mehr. Sein trauriges Gesicht war zunächst gut, beim Flennen übertrieb man es allerdings wieder. Und das nächste Tiefe-Stimme-Gesicht musste natürlich auch folgen. SpongeBob verwandelte sich kurz in einen Roboter und so langsam reichte es mir wirklich mit diesen absurden Szenen. Na ja, dann wechselte man zu Altbekanntem und gab SpongeBob erneut ein Tiefe-Stimme-Gesicht, diesmal noch mit ekligen Lippen. Schließlich wurde gezeigt, dass das zusammengeknüllte Papier eine Falle von Plankton war. Den Twist fand ich gar nicht übel, auch wenn ich vollkommen fein damit gewesen wäre, falls das Papier tatsächlich ein Eigenleben gehabt hätte. Storytechnisch ergab es jedenfalls Sinn, dass sich Plankton an SpongeBob rächen wollte. Und dann folgte ein Moment, der mich so sprachlos machte, dass ich die Episode wieder pausieren musste. Davon zeige ich extra ein Bild und ihr wisst, dass dann was WIRKLICH Heftiges passiert sein musste:
Plankton sagte „Ihr müsst wissen: Mein kleines Popöchen tut noch sooo weh!“, hielt seinen geröteten Arsch in die Kamera, zeigte auf diesen und machte für die Zuschauer ein groteskes trauriges Gesicht. Ich hab ja schon unzählige grauenhafte Hinternszenen erlebt - erst vor wenigen Tagen die abscheuliche mit Gary im 4. Hauptfilm und nicht zu vergessen 316a rund um Planktons Babyhintern - aber die war der absolute Gipfel. Die Tatsache, dass Plankton die Vierte Wand durchbrach, griff mich regelrecht persönlich an, denn man erwartete von mir eine positive Reaktion. Mitleid und/oder Belustigung. Doch alles, was sie auslöste, war blankes Entsetzen. Mal abgesehen davon, dass Plankton eindeutig in seine linke Pobacke gestochen wurde, aber sein gesamter Hintern rot und mit einem Pflaster versehen war, um die Szene noch unnötiger zu gestalten. Danach flog er weg und SpongeBob musste sich mit seinen Fingern am Dach festhalten, die plötzlich lebendig waren. Ich will nicht ständig schreiben, dass etwas random war, doch was soll man hier anderes tun? Die Episode war nun mal der Inbegriff von Randomness. Die Ereignisse bei dem Flugkampf waren dann ok. Als SpongeBob und Plankton auf den Metallboden knallten, wurde eine Sandexplosion erzeugt, was gar keinen Sinn ergab. SpongeBob hatte noch mal ein dämliches Gesicht mit Haaren und eine Verkaufsstanddame schüttelte völlig zu Recht den Kopf und machte den Laden dicht.
Die Episode war beim zweiten Mal besser als erwartet, was aber nicht allzu groß was zur Sache tat, weil ich sie beim ersten Mal desaströs fand und mit dem 5er-Bereich rechnete. Trotz des hohen Randomfaktors gab es aber einige akzeptable Einfälle und ich kann zumindest nicht behaupten, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig wurde. Der gelb-bräunliche Himmel störte mich zwar etwas, sorgte allerdings auch für mehr Individualität. Und über die eine Plankton-Stelle hab ich ja schon genug aufgeregt. Alles in allem komme ich auf eine 4, der Name der Episode war also tatsächlich nicht ganz unberechtigt.