Schaut euch bloß nicht diese Episode an, das ist die schlechteste und bösartigste Folge aller neuen "SpongeBob Schwammkopf"-Folgen.
Hab ich aber, das ist mein Job!
Sollte sich jemand von der SF-Stammuserschaft zu diesem Post verirrt haben, kann ich euch einiges an Lesezeit ersparen, indem ich nur einen einzigen Satz schreibe: Patricks Familie aus der Patrick Star Show wird in Szenen aus der 1. Staffel geworfen. Allein das würde Leute direkt zum Auswählen der Note 6 bewegen, aber ich tue mir diesen Scheiß nun vollständig zum dritten Mal an. Das erste Mal vor einigen Monaten auf Englisch, vorgestern auf Deutsch und jetzt Szene für Szene während des Posts, um nichts zu vergessen. Dabei kann ich es gar nicht besser machen als Fabi, dem an dieser Stelle wirklich ein Shoutout gebührt. Ihm sind so viele dumme Dinge aufgefallen und er hat es in seinem Fazit perfekt auf den Punkt gebracht. Wie auch immer, fürs SpongeForum muss ich dann wohl wieder ran.
Bevor das eigentliche Grauen begann, sah man SpongeBob und Patrick entspannt in einem Fass auf einem Fluss treiben. Da 100 % solcher Szenen so ablaufen, war klar, dass sie einen Wasserfall runterstürzen würden. Es war jedoch eine Attraktion der Handschuhwelt und vom Moment des Runterfallens wurde ein Foto gemacht. Hier fand ich Patricks Kommentar sogar lustig, dass sie vielleicht schon vor ihrer Genesung wiederkommen werden (bei der Übergabe des Fotos saßen sie mit Verletzungen und Bandagen in Rollstühlen). Auch das Aufklatschen von ihnen an der Ananas durch den Flug aus dem Krankenwagen hatte was. Als SpongeBob meinte, dass nun die beste Zeit des Tages kommt, holte Patrick einen Grill hervor und warf diesen hoch in die Luft. Direkt danach kam Thaddäus aus seinem Haus und obwohl man wusste, dass der Grill auf ihm landen würde, dauerte das fünf Sekunden. Gag-Timing war also schon mal keine Stärke von dem Special und es sollten noch viele weitere Schwächen folgen.
SpongeBob legte das Wasserfallbild in ein Buch namens „Klassiker“ mit Szenen der allerersten Staffeln und hier kann man sich darüber streiten, ob das gerechtfertigt war. Er weiß in der Serie ja nicht, wie die Staffeln unterteilt werden und wenn er den Moment so witzig fand, dass er ihn zu den besten Abenteuern packen wollte, sollte er das ruhig machen. Patrick meinte, dass er sich schon immer daran erinnern wollte, sich an Sachen zu erinnern, was… ok war. SpongeBob blätterte ein wenig in dem Buch und ich glaube, es waren echt 1:1 Frames aus den Episoden „Der fliegende Schwamm“ und „Hör' mal, wer da spielt“ zu sehen, an die Patrick sich nicht erinnern konnte. Das wiederum nehme ich den Machern übel. Ja, der Gag sollte bloß sein, dass Patrick vergesslich ist, aber ich fand es traurig, dass er keine Erinnerung an Sweet Victory hatte. Plötzlich sah SpongeBob, dass in drei bekannten Szenen nicht er, sondern Patrick-Star-Show-Charaktere abgebildet waren: Patricks Vater, Patricks Mutter und Patricks Opa. Ich werde erst im Verlauf des Posts verraten, um welche Szenen es sich handelte, aber ich kann zumindest positiv erwähnen, dass es an allen drei Orten sinnvoll war, dass jemand davon ein Foto machte. Ich glaube zwar nicht, dass überhaupt so weit gedacht wurde, allerdings klammere ich mich an jeden Ast, bevor die Episode immer schlimmer wurde.
Die beiden wollten sofort zu Patricks Haus, machten allerdings einen Zwischenstopp im Tauben Nüsschen und das sollte vermutlich eine Anspielung auf die Eis-Szene in „Die Aufsichtsperson“ sein. Sie hatten dadurch die Ruhe weg und liefen ganz gechillt weiter zum Haus, obwohl sie zuvor wegen der veränderten Fotos in Panik gerieten. Generell war es in der Folge so, dass sie viele Situationen nicht ernst nahmen und das möchte ich deshalb direkt ankreiden, weil man in einem 45-Minuten-Special irgendwas Großes erwartet und wenn dann keine Spannung aufkommt, ist das garantiert nichts Gutes. Im Haus trafen SpongeBob und Patrick auf einen brieftaschenfressenden Toaster und eine Toilette mit Zähnen und mir war das alles so egal, da ich das Spin-off nicht kenne und es ja sein kann, dass das dort Normalität ist. Erwähnenswert ist noch, dass Patrick sagte, Opa Pat würde nie spülen und es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Toilettengänge des Opas thematisiert wurden. Mal wieder ein weirder Fetisch, schätze ich.
In Patricks altem Zimmer wurden SpongeBob und Patrick zu Detektiven und mit dem Erdnuss-Hinweis brachte man eine eindeutige „Rauchende Erdnüsse“-Referenz. Ich kann ja mal die Art der Gags vergleichen. Im Original leckte Detektiv Patrick an einem Schwamm, der sich als Schwammlutscher herausstellte und er dachte fälschlicherweise, dass er die Erdnuss gestohlen hätte. Zwei unerwartete und effektive Witze. Und was tat man hier mit Detektiv Patrick? Ihn mit SpongeBob belangloses Zeug faseln lassen, während hinter den beiden sehr offensichtlich der Zeitkleiderschrank durchdrehte und dann direkt hinter ihnen stand. Im Gegensatz zu den früheren Gags war Patricks Ignoranz nichts weiter als nervtötend. Die Szene war übrigens 35 Sekunden lang und wirkte wie reines Füllmaterial, dabei entschied man sich bewusst dafür, eine Doppelfolge Zeit zu benötigen. Ach ja, und SpongeBob hatte noch ein verstörendes menschliches Auge, als sie seine Kontaktlinse fanden, was ebenfalls etwas war, das ich nicht gebraucht hätte.
Anschließend wollte man ein Geheimnis daraus machen, dass Squidina SpongeBob und Patrick vor dem Zeitkleiderschrank rettete, obwohl man schon die lilafarbenen Tentakel und eine unmissverständliche Silhouette sah. Kleiner Tipp: Vielleicht hätte ihr vorheriger Auftritt dann nicht erst vor vier Folgen sein sollen, um nicht an sie zu denken. Aber da sie ein Hauptcharakter der Patrick Star Show ist, war es für diverse Zuschauer eh nicht möglich, sie unkenntlich zu machen, also was hätte das bringen sollen? Squidina meinte dann, das Problem mit dem Zeitkleiderschrank hätte schon vor ein paar Wochen angefangen. Versteckte sie sich so lange oder was? Und woher wusste sie überhaupt, was genau mit ihrer Familie geschah, wenn sie im Rückblick nicht dabei war? In besagtem Rückblick wollte Opa Pat aufs Klo und das war in sieben Minuten das zweite Mal, dass man einen Toiletten-Gag mit ihm brachte. Interessant auch, dass Patricks Eltern gleichzeitig vom Zeitkleiderschrank erwischt wurden, aber zu unterschiedlichen alten Szenen gelangten.
In der Gegenwart wurde Squidina nun ebenfalls vom Zeitkleiderschrank verschluckt und kurz darauf servierte dieser in einer Schürze Plätzchen für SpongeBob und Patrick. Ich schildere das extra so trocken, damit das für Leser dieses Posts noch bekloppter wirken muss. Patrick vergaß natürlich auch, dass er eine Schwester hat, denn seine unlustige Amnesie muss bis zum letzten Tropfen ausgequetscht werden. Oma Tentakel fiel als Nächstes dem Zeitkleiderschrank zum Opfer und je öfter ich das Wort schreiben muss, umso weniger Lust habe ich auf den Rest des Specials. Patrick war verwundert, dass eine Tür eine Tür war und spätestens da legte ich mich fest, dass die Schreiber keinerlei Motivation hatten, sich clevere Gags zu überlegen und den Seestern immer das Erstbeste sagen ließen, was ihnen einfiel. Danach sah man in einer Trip-Szene SpongeBob und Patrick mit ihren Hippie-Designs aus „Rettet die Quallenfelder“, das war mal eine ungewöhnliche Referenz. SpongeBob hatte eine Idee und Patrick meinte zum x-ten Mal nach nicht mal zehn Minuten, dass er es nicht verstand. Dann erzählten SpongeBob und Patrick den uralten „When is a door not a door? When it’s a jar!“-Witz, den ich schon seit 2007 aus dem Impossible Quiz 2 kenne. Auf dem Bildschirm des Zeit…schranks waren nun lachende Figuren aus alten Cartoons zu sehen, was eine ganz witzige Idee war, um ein Zeitobjekt lachend darzustellen. Der Schrank wurde wieder in der Wand verbaut und Squidina nahm auf einem Foto mit dem Handschuhballon aus „Bus verpasst“ SpongeBobs Platz ein.
Und dann ging der wahre Terror dieses Specials los. SpongeBob wollte sofort in den Schrank, um Squidina zu retten, aber Patrick hatte den fantastischen Vorschlag, lieber fernzusehen. Bedeutet: Um diese 45 Minuten zu füllen, sahen sich SpongeBob und Patrick von allen Patrick-Star-Show-Charakteren erst mal in aller Seelenruhe ihre Abenteuer in den Staffel-1-Szenen an. Ich kann nicht in Worte fassen, wie unendlich billig das war. Man ließ sie quasi selbst die alten Episoden schauen und das Hochwürgen dieser Szenen war dann der Hauptbestandteil der Handlung. Garniert wurde das mit Patricks Kommentar, dass er nun seine Sendungen sehen würde. Man erdreistete sich selbstverständlich auch, den Zeichenstil der ersten Staffel zu übernehmen, um es möglichst authentisch zu gestalten. Es fing also an mit Squidinas Hinzustoßen in „Bus verpasst“ und Staffel-1-SpongeBob-und-Patrick kannten Squidina. Damit hatte ich kein Problem, wenn diese Charaktere damals schon für sie existierten - nur halt nicht für den Zuschauer.
Der Twist war, dass SpongeBob und Patrick diesmal den Bus erwischten, aber Squidina nicht. Wie geil war das denn. Ich wurde legit sauer, als Squidina die 90-Grad-Winkel-Wand vergeblich hochrannte. Sie filmte ein paar bizarre Rock Bottomer und verpasste - oh Wunder - den nächsten Bus. Neu war, dass sie auf drei Draufgänger traf, allerdings waren diese so lahm, dass ich zu denen nichts weiter schreiben kann. Das Schneckenbootmonster war in Ordnung und dann wurde der bekannte rote Fisch aus der damaligen Episode von einem Monster gefressen, was ein Streich von den Draufgängern und Squidina war und die vier lachten darüber. Squidina fand es also witzig, dass jemand durch sie gestorben war? Was eine Pissnelke. Danach riefen sie Thaddäus an und auf einmal wurde auch er von einem Monster gefressen, welches einfach so in der Krossen Krabbe war. Ich kapierte es nicht, aber ich füge Vore zu den Fetischen der Crew hinzu. Zwei Mal in zwei aufeinanderfolgenden Szenen und das war noch nicht das Ende. Nach einem weiteren dummen Streich wurde Squidina in gerade mal zwei Sekunden durch SpongeBob und Patrick in die Gegenwart zurückgeholt, welche mit dem Zeitkleiderschrank vor ihr auftauchten. Kreativer und spannender ging es nun wirklich nicht, oder? Kurz darauf wurden die Draufgänger von einem weiteren Monster gefressen, Vore-Counter: 3.
Ich lasse die Katze direkt aus dem Sack: Das ging genau in dieser Tour so weiter und es war mir schon beim ersten Watchen nach Squidinas Rettung klar. SpongeBob und Patrick schauten sich von jedem Familienmitglied für einige Minuten die Situation an, bis es ihnen zu langweilig wurde und sie direkt vor dem Charakter erschienen, um ihn da rauszuholen. Das ist kein Scherz. Und das wurde einem als Doppelfolge angedreht. Ein liebloses Aneinanderklatschen alter Szenen ohne Konflikte und Dramatik, weil man wusste, dass SpongeBob und Patrick ohnehin jederzeit einschreiten und die Szenen beenden konnten. Man kann ja Episoden produzieren, deren Fokus rein auf Witzen liegt, aber doch nicht IN EINEM 45-MINUTEN-SPECIAL. So was passt wesentlich besser für einen Short. Na ja, die Generation TikTok-Kiddies schluckt die Scheiße eh runter, nicht wahr? Ok, ich mache mal weiter. Patricks Vater landete in der Episode „Der Riss in der Hose“ und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Schon innerhalb der damaligen Episode wurde der Gag alt, das war literally Teil der Handlung. Und nun hielt man es für eine tolle Idee, dass man das Konzept NOCH WEITER ausreizte? Aus allen möglichen Episoden wählte man eine, deren Plot de facto auserzählt war? Ich komme darauf wirklich nicht klar.
Patricks Vater traf auf den beliebten Marshmallow-Fisch des SF-Discord-Servers, hier hätte aber sicherlich jeder auf ihn verzichten können. SpongeBob sagte beim Wettbewerb „Und jetzt mit zwei zusätzlichen sind es zwei Marshmallows.“ und zeigte auf den Stock mit zwei Marshmallows, was überhaupt keinen Sinn ergab. Womöglich hatten nicht mal die Übersetzer Bock auf diese wiedergekäute Grütze, denn sie hätten ja einfach nur in die Originalepisode schauen müssen. Der visuelle Gag mit dem Muskelprotz, der Vater Star stark aussehen ließ, war ganz witzig, wenn auch ein alter Hut. Die anschließende Wampenszene konnte man sich jedoch nicht nehmen lassen. Die nächsten Minuten waren so weit ereignislos, aber bei der Modenschau gab es ein Seepferdchen und durchtrainierte Körper, also immerhin was Nettes fürs Auge. Die Bikini Bottomer hassten Patricks Vater dafür, dass sie dank ihm all ihre Kleidung zerrissen hatten. Warum denn auch alle weiteren Kleidungsstücke außer den Hosen? Um die Meute zu besänftigen, zerriss er nun seinen Körper. Äh. Keine Ahnung, jedenfalls wurde er von SpongeBob und Patrick gerettet, welche gerade mal ihre Arme aus der Maschine hielten. Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie billig das alles inszeniert wurde. Und es war das Ende der ersten Folge. Wooooow, würde der zweite Teil etwa exakt so mit Patricks Mutter und Patricks Opa weitergehen? Die Spannung war kaum auszuhalten.
Squidina meinte, dass man die Milz von Patricks Vater sehen konnte. Warum sie genau die ansprach, obwohl sämtliche Organe von ihm freigelegt wurden, weiß ich nicht. Übrigens kommentierte SpongeBob mehrmals, dass alles mit den Fotos wieder normal wurde, bevor das überhaupt geschah. Das war hier besonders deutlich. Wesentlich dümmer fand ich jedoch, dass er die veränderten Fotos alle schon im ersten Teil sah, aber nun erneut überrascht war, die Patrick-Star-Show-Charaktere auf ihnen zu sehen - in diesem Fall bei Patricks Mutter. So ein unterirdisches Writing. Der Voice Crack bei „Mama“ in dem Satz „Aber ich halte ihn gar nicht, sondern deine Mama!“ war aber zugegebenermaßen witzig. Patrick fragte daraufhin „Was macht Mama?“, schnitt eine dämliche Grimasse und die typische Musik ertönte, wenn jemand etwas Dummes sagte. Wo war hier der Witz? Im Englischen sagte SpongeBob „But I’m not holding it! Your mom is!“ und Patrick fragte „My mom is what?“, was auch nicht viel besser war. Der Gag war halt wieder mal unfassbar simpel und erneut ein Satz, den man sich für Patrick vermutlich innerhalb weniger Sekunden ausdachte.
Doch was hielt Patricks Mutter nun eigentlich? Neptuns Pfannenwender aus „Ein göttlicher Bürger“. So war sie es nun, welche von Neptun bewundert wurde und mit ihm ein paar Posen machte. Die beiden radelten zu Neptuns Palast und es folgte eine Szene, bei der ich wieder sprachlos war, wie man etwas derart vergeigen konnte. Kaum gingen die beiden in die Küche, hatte Patricks Mutter schon einen Topf mit einer wahnsinnig lustigen Stiefelnudelsuppe parat, die sie Neptun servierte. Wann soll sie die denn zubereitet haben, wenn sie gerade erst ankamen? Sind die Schreiber inzwischen komplett hirnverbrannt und checken den Ablauf der Episode nicht mehr? Entweder das oder man wollte einem glauben machen, dass Patricks Mutter in den vier Sekunden, in denen nur Neptun im Bild war, sie aber noch Sachen aus der Küche schmiss, die Suppe kochen konnte. Ich kann das alles nicht mehr. Wenn man selbst so was verkackt, ist doch für jeden ersichtlich, dass man keine Peilung hat, was man da eigentlich tut.
Neptun wurde angeblich krank und Patricks Mutter sollte seine göttlichen Aufgaben übernehmen. In den nächsten Minuten passierte nichts Nennenswertes außer dass Plankton jedes Mal versehentlich der Leidtragende war, als Patricks Mutter die Katastrophen abwandte. Wie schon Thaddäus tat er nichts, um das zu verdienen und deswegen fand ich das auch nicht lustig, sondern unnötig. Die Animation, als Patricks Mutter die Lava mit einem Mopp wegwischte, war äußerst schlecht. Neptun schaute im Bett die „Die Sir Seeigel und Schneck Scheiter Show“ und diese ist mittlerweile so ausgelutscht, dass ich sie nicht mehr sehen kann. Er täuschte seine Bauchschmerzen nur vor, um nach einem Jahrtausend einen freien Tag zu haben, also wurde er in all der Zeit nicht ein einziges Mal krank, oder was? Neptun war sauer, dass Patricks Mutter ihn laut den Bikini Bottomern ersetzen sollte und forderte sie zu einem Duell im Poseidom heraus. Statt Burgerbraten mussten sie einen Kamp-Koral-Kraken besiegen, von dem man selbst in der Hauptserie bereits sah, dass dieser in Wirklichkeit sehr freundlich ist (Die Landrattenplage, 280a). Warum tat man plötzlich so, als wäre er gefährlich? Das war genau so sinnlos wie die Geheimniskrämerei um Squidina im ersten Teil.
Dennoch hätte das Duell tatsächlich mal cool werden können, ich war echt interessiert daran, wie sich das entwickelt. Aber hey, genau dann kamen SpongeBob und Patrick mit dem Zeitkleiderschrank und nahmen Patricks Mutter mit. Der Gag sollte sein, dass die Spannung schlagartig aufgelöst und Neptun mit dem Kraken allein gelassen wurde, aber diese Entscheidung war maximal unbefriedigend. Zumindest war ganz witzig, dass Patrick den Kraken mit seiner Mutter verwechselte und meinte, dass er ihren neuen Look mögen würde. Beim Kraken irrte ich mich wohl ein wenig, denn er fraß Neptun trotz seiner netten Art - und das gleich zwei Mal, um eine Referenz zu dem Burger zu bringen, den Neptun zwei Mal probierte. Tja, steigt der Vore-Counter damit auf 4 oder 5? Auf alle Fälle jetzt schon viel zu hoch, um es nicht als Fetisch abzustempeln. Es war für mich auch richtig krass, dass die Charaktere wirklich on-screen starben, auch wenn solche Szenen nicht unüblich für Cartoons sind und alles durch das Korrigieren der Zeitlinien bestimmt annulliert wurde. Ich fand’s trotzdem schlichtweg grausam und ekelhaft und die Bemerkung des Kraken, dass Neptun nach Hähnchen schmeckt, war auch verstörend.
Diesmal hatte SpongeBob den korrekten Einsatz und meinte erst nach der Veränderung des Fotos, dass alles wieder normal war. Allerdings ordnete man die Fotos falsch an und das Pfannenwender-Bild war nun links vom Zerrissene-Hosen-Bild, obwohl SpongeBob im ersten Teil umblättern musste, um vom Zerrissene-Hosen-Bild zum Pfannenwender-Bild zu gelangen, welche beide jeweils auf der rechten Seite platziert waren. Man schaffte es also nicht mal, die Fotopositionen über das Special hinweg einzuhalten. Ich wette, dass das noch an anderen Stellen mit weiteren Fotos geschah, aber ich bin zu faul, um das zu überprüfen und es reicht ja, wenn ich es ein Mal anmerke. SpongeBob war jedenfalls erneut verblüfft, Opa Pat auf dem einen Foto zu sehen, den Fehler wollte man wirklich durchziehen. Ebenfalls bescheuert war der Kommentar von Patricks Vater, dass er gar nicht wusste, dass Opa Pat kochen kann, wenn die Charaktere lediglich SpongeBob auf den Fotos ersetzten und man sogar auf dem Foto sah, dass Opa Pat schockiert war, wie viele Sardellen Essen haben wollten. Er kochte nicht mal, es war nur seine Reaktion abgebildet. Nun dürfte klar sein: Ja, man musste natürlich noch die allererste Episode „Aushilfe gesucht“ in den Recycling-Cocktail mixen.
Opa Pat kam SpongeBob beim Burgerbrater-Job zuvor und der Schwamm verließ traurig den Schauplatz. Wer möchte so was sehen, wie SpongeBob enttäuscht von dannen zieht und stattdessen ein Patrick-Star-Show-Charakter in der Krossen Krabbe arbeitet? Das war ziemlich deprimierend. Dann zog der alte Knacker Thaddäus damit auf, dass dieser der Zeitungsjunge wäre, was wahrscheinlich Spin-off-Wissen erforderte und demnach nicht in die Hauptserie gehörte. Die Busse mit den Sardellen fuhren am niedergeschlagenen SpongeBob vorbei, was immer noch bedrückend war. Opa Pat hatte nicht mal Lust auf den Job und kündigte direkt, als er die Sardellen sah. Er ging zur Hintertür raus, welche die Tür aus Patricks Haus war. Ein enormer Zufall, dass beide hier waren, wenn man bedenkt, dass Opa Pat schon Wochen vorher vom Zeitkleiderschrank erfasst wurde. Plankton nahm einen Burger und Opa Pat folgte ihm in den Abfalleimer, wo der Einzeller seinen bösen Plan verriet. Er verwies zudem auf einen roten Knopf, den jeder Idiot drücken könnte und die Szene wurde nervig in die Länge gezogen, als Opa Pat mehrmals fragte, ob ihn echt jeder Idiot drücken könnte. Bei solchen Knaller-Momenten frage ich mich, wie der Prozess im Writing Room aussehen musste.
Plötzlich betätigte Opa Pat den Knopf und nun wurde er statt Plankton Herrscher über die Welt. Ich konnte mir nicht mal sicher sein, ob das out-of-character für ihn war oder er im Spin-off regelmäßig davon träumt, an Macht zu kommen oder zumindest fies ist. Dass überall bei RL-Sehenswürdigkeiten seine Grand-Patty’s-Eimer auftauchten, war sogar ganz nett. Bikini Bottom wurde in einen dystopischen Zustand versetzt und Opa Pat als Sklaventreiber dargestellt, aber letztendlich spielte nichts davon auch nur im Entferntesten eine Rolle, weil SpongeBob und Patrick eh irgendwann erscheinen und das Ganze innerhalb weniger Sekunden revidieren würden. Opa Pat wollte wissen, ob Plankton einen guten Geschmack hat und nahm ihn in den Mund, was ein letztes Mal den Vore-Counter anhob. Danach tauchten auch schon wie erwartet SpongeBob und Patrick auf, doch OH MEIN GOTT, SIE WURDEN VON OPA PAT IN DEN KERKER GEWORFEN, JETZT WURDE ALLES ANDERS!!! Ach halt, es war nur ein völlig seltsamer Fake-out der Macher, denn auf einmal sah man SpongeBob und Patrick noch mal in der Gegenwart und SpongeBob sagte: „Das hat ja nicht so gut geklappt.“ Ich kann es mir nur so erklären, dass beim ersten Versuch SpongeBob und Patrick sozusagen innerhalb der eigentlichen Handlung auftraten, was gleichzeitig in der Gegenwart von den wahren Versionen gesehen wurde. Oder aber der Crew war an dem Punkt alles scheißegal und es war irgendein absurder Gag ohne Hintergedanken.
Es wäre in der Tat besser gewesen, wenn man auch den Teil mit Opa Pat nach Schema F abgewickelt hätte, denn nun kam man auf eine noch viel großartigere Lösung: Squidina drehte an einem Regler des Zeitkleiderschranks, um die Zeit zurückzuspulen und so konnte SpongeBob abwenden, dass Opa Pat hinter der Krossen Krabbe überhaupt Plankton entdeckte. SpongeBob und Co. hatten also nicht nur jederzeit die Möglichkeit, die Familienmitglieder aus ihrer Situation rauszuholen, sondern konnten auch noch bei einem Fehlschlag einfach den Ablauf verändern. Ey, ich könnte mich gerade so sehr aufregen, aber das bringt ja nichts. Warum soll ich Emotionen in etwas investieren, was die Macher offensichtlich in Windeseile ausgeschissen haben? Das ist es einfach nicht wert, diesem Dreck mit so einer starken Reaktion zu begegnen. Als SpongeBob mit dem hydrodynamischen Pfannenwender zur Krossen Krabbe flog, fehlte auf dem Dach ein Teil der Antenne. Ich weiß nicht mal, wie so was passieren kann, denn als die Busse ankamen, war er noch da. An dem Song „Livin' in the Sunlight, Lovin' in the Moonlight“ hatte man wohl auch nicht mehr die Rechte, denn während der Krabbenburgerzubereitung lief irgendeine andere fröhliche Musik. Am Ende sah man noch, dass Oma Tentakel plötzlich Kaiserin war und SpongeBob schoss diesmal lediglich ein Foto statt was dagegen zu unternehmen. Es war allen Leuten nur noch egal und mir mittlerweile auch, obwohl man dazu noch zig Sachen schreiben könnte. Soll die Oma doch alle in die Verdammnis stürzen.
Fazit: Das beste Wort, das mir gerade einfällt, ist „abartig“. Es ist erschreckend, wie tief die Messlatte und Schamgrenze inzwischen liegen, dass man das ernsthaft bis zum Ende produziert und ausgestrahlt hat. Nicht nur, dass die alten Episoden mit Füßen getreten wurden, sondern man merkte an jeder Stelle, wie wenig Liebe in dieses Special gesteckt wurde. Von absolut miserablen Patrick-Lines, die sich jedes Kindergartenkind besser ausdenken könnte zu völlig offensichtlichen Fehlern wie SpongeBobs mehrmalige Reaktionen zu den veränderten Fotos oder die Suppe, die von Mutter Patrick aus dem Nichts gekocht wurde bis hin zu einer kompletten Abstinzenz jeglicher Spannung, weil die Charaktere durch die Zeitmaschine nie in Gefahr waren. Das Schlimmste war jedoch die Länge: Eine Doppelfolge bzw. vier Episoden wurden für diesen Schund verbraten. Man hätte anstelle dieses Specials ganze vier schönere Geschichten haben können. Es war auch nicht nötig, dass man dafür zwei Folgen brauchte, denn wenn man vier Mal das Gleiche tat, hätte man das locker kürzen und in eine Folge packen können. Ich muss meinen Post nicht mal mehr überfliegen, um eine 6 zu geben - egal, ob ich hier und da noch was halbwegs Positives erwähnte. Der Bullshit-Faktor überwog um Längen. Ich wünschte, man könnte in die Zeit zurückreisen, um die Entstehung dieses Abfalls zu verhindern.