Die restlichen Folgen der 16. Staffel haben bisher noch nicht mal deutsche Titel, allerdings werde ich quasi gezwungen, sie jetzt schon durchzugehen. Sollten also lustige Titel kommen, werden diese später im „Neue Episoden (Deutschland)“-Thread kommentiert. Ich bin aber gar nicht abgeneigt, diese fünf Episoden bereits zu reviewen, weil ein paar besondere anstehen, so viel sei verraten. In diesem Fall ging es um ein Football-Perla-Special, bei dem ich mir lange Zeit die Frage stellte, wie man damit sinnvoll 22 Minuten füllen will. Schauen wir mal!
Los ging es damit, dass Patrick vier Leute auf der Tribüne wegschob, damit er, SpongeBob und Mr. Krabs Platz hatten. Da hatte ich Sorge, dass er wieder in der gesamten Folge unausstehlich sein würde, aber vielleicht sah er auch nichts durch den riesigen Becher vor ihm. Der visuelle Gag, dass Mr. Krabs Geld in seiner Kralle verstaute, ging sogar mal klar, weil er nicht so übertrieben war. Dass Mr. Krabs sich dann alle Zuschauer als Geldsymbole vorstellte, fand ich ganz witzig. Ich mochte außerdem, dass SpongeBob schon immer Cheerleader werden wollte, das passte irgendwie zu ihm. Patricks Kommentar, dass es seit zwei Sekunden sein Traum ist, eine Toilette aufzusuchen, war eine gute Punchline und die vermutliche „Der neue Mitschüler“-Referenz mit Patricks Bergsteiger-Outfit war ok, weil es die Situation hergab. SpongeBobs Anfeuern hatte ebenfalls was. Das eingetretene Gesicht des einen Zuschauers hätte nicht sein müssen, ansonsten war es aber recht amüsant, wie Patrick sich durch die Zuschauermenge bahnte und auf die Frage „Bist du satt?“ antwortete. Seine Verwechslung der Kommentatorenkabine mit einer Toilette war glaubwürdige Dummheit und setzte den Running Gag in Gang, dass er die Football-Spiele kommentierte. In der Szene war noch das Wort „kommentariere“ gut sowie dass sich der Sprecher umdrehen sollte, weil Patrick sonst nicht könnte und dass das Pinkeln nur impliziert wurde. Zudem wirkte es lustigerweise so, als würden die Zuschauer wegen Patricks Missverständnis jubeln und nicht wegen des Geschehens auf dem Spielfeld. Keine Ahnung, ob das beabsichtigt war.
SpongeBobs Gesicht, das von Mr. Krabs’ winkendem Arm beeinflusst wurde, war in Ordnung. Was die diversen Football-Szenen betrifft, so werde ich nur zu bestimmten was schreiben, aber ich kann sagen, dass sie durchaus interessant und vielfältig gestaltet und somit überraschenderweise nicht langweilig wurden. Hier kann ich zumindest die Brezelszene hervorheben, bei der die beiden Kommentatoren auch Lust auf eine Brezel bekamen. Obwohl die Seepocken permanent in die Mangel genommen wurden und die Kommentatoren sagten, dass es schlecht laufen würde, meinten sie dann, dass die Seepocken auf wundersame Weise nur einen Punkt hinten lagen. Sollte das eine Parodie auf Sportfilme sein, in denen das Match im letzten Augenblick gedreht wird? Es ergab gar keinen Sinn, war aber auch nicht so schlimm und irgendwie musste man ja Perla ins Team integrieren. Das wurde auch spaßig inszeniert, indem der Football in Perlas Blasloch feststeckte und sie panisch alle Leute umrannte, was zu einem Touchdown führte - oder wie Patrick es nannte: Touchidownidingsdas. Die Schwanzflosse des einen Typen sah ulkig aus und war wohl ideal, um darauf ein Autogramm zu erhalten. Mitleid hatte ich mit Trainer Dorsch, der durchgängig kassierte, doch er war bis zum Ende auf Perlas Seite und das rechnete ich ihm hoch an.
Beim Training mochte ich Perlas Tanz und wie sie durchs Laufen einen Riss im Boden entstehen ließ. Der zu weite Tackle und der Krankenwagen, welcher rückwärts die Klippe hochkam, um den Trainer wieder aufs Spielfeld zu bringen, waren super. Ach ja, und der Wasserbecher-Fisch natürlich auch. Großartig fand ich, dass man Zeit für SpongeBobs Cheerleader-Nebenhandlung investierte und das Casting sah. Hier trat Perlas miesgelaunte Freundin aus „Mall-Mädchen Perla“ erneut auf und das war eine schöne Idee, weil sie mit ihrer Art als Cheerleaderin nichts taugte. Squidina war wie so oft unnötig, wenigstens nervte sie nicht wirklich. Als Freds Tochter performte, war gleich klar, dass sie sich ihr Bein brechen würde, jedoch kam es zu einer ziemlich lustigen Kettenreaktion an fredähnlichen Fischen, die von der Tribüne auf den Boden sprangen und sich ebenso die Beine brachen. Das sah ich so dann doch nicht kommen und erinnerte mich an die fantastische Übertreibung in „Generation Gruft“, als immer ältere Charaktere herbeigerufen wurden. So eine Form der kreativen Übertreibung ohne bekloppte Animationen wünsche ich mir mehr in ganz neuen Staffeln, das ist immer ein Highlight. Mir gefiel das Argument der Jury, dass SpongeBob sich aufgrund seiner Leichtigkeit gut werfen ließ. Das war auch ein toller Kontrast zu einer vorherigen Szene, in der Perla von allen getragen wurde und diese Cheerleaderinnen große Mühe hatten.
Patrick freute sich, der Kommentator zu sein, weil er als Erster auf der Toilette war und diesmal jubelten die Leute definitiv für ihn. Ausnahmsweise war er also mal ein beliebter Pisser! Sein Homerun-Kommentar war auch witzig. In der Montage wurde wunderbar gezeigt, wie Perla immer mehr Sicherheit während des Spiels erlangte und ich mochte die Einlagen mit Freddie Flunder und SpongeBob als Cheerleader. Klasse war der Gag, dass Patrick überlegen musste, was SpongeBob buchstabierte und er sich aufregte, als es die Cheerleaderinnen vorsagten. Der Running Gag, dass Mr. Krabs vergeblich auf die Krosse-Krabbe-Choreo wartete, war ebenso nicht schlecht. Perla wurde arrogant und bekam ein etwas anderes Design mit Blautönen. Von dem blauen Herz an ihrer Nase war ich angetan - und damit meine ich kein politisches Statement. Die dumme Übersetzung von New Kelp City zu Neualgenstadt lasse ich mal so stehen. Das Aussehen der Neualgenstädter Delinquenten war grotesk, aber passend für einschüchternde Football-Spieler. Die Zahnspangengöre, welche auf der Tribüne vollkommen durchdrehte, fand ich allerdings fast noch schlimmer. Perlas Teamkollegen wollten abhauen und ich fand lustig, wie Perla sie mit ihrem Blasloch ansaugte. Mr. Krabs war nun in Seepocken-Teamfarben angemalt und wackelte mit seinem Hintern. Wenn er nicht eh schon blau gewesen wäre, hätte ich ihn dafür wahrscheinlich blau geprügelt.
Der eine Delinquent mit dem langen Bart war schon hart an der Grenze des optisch Erträglichen. Das Klischee, dass zwei Väter von unterschiedlichen Teams eine Wette abschlossen, fand ich angebracht und gut. Es war auch herrlich, wie SpongeBobs Cheerleading für einen hohen Wetteinsatz von Mr. Krabs sorgte. Patrick dachte, es würde um Bowling gehen, was ok war. Der eine Gegner, der so riesig war, dass man von ihm nur die Beine und die Spikes-Stiefel sah, war crazy. Kam der ebenfalls aus dem Bus? Ich freute mich, dass Perla mit einem Rennpferd verglichen wurde, jedoch hätte Patrick nicht sagen sollen, dass sie wie eines zerquetscht wurde. So behandelt man diese Tiere nicht. Perla blieb von ihrem Team allein auf dem Spielfeld zurück und ihre Maße wurden für einen Sarg genommen, der live gebaut wurde. Hier ging es wahrlich hart zu. SpongeBob gab Perla Oma-Schammkopf-Motivation und Perla berief sich auf ihre Cheerleader-Moves, um den Gegnern auszuweichen und noch einen Punkt zu erzielen. Den Abfalleimer hätte sie dabei nicht unbedingt diffamieren müssen. Mr. Krabs’ Genugtuung, dass endlich die Krosse-Krabbe-Choreo geschah und Patricks „Tooor!“-Jubel waren dafür amüsant. Die Seepocken verloren mit 7 zu 236, was dennoch das beste Ergebnis gegen die Delinquenten war. Ein Happy End für Perla, aber nicht für Mr. Krabs, der bei der Wette den Kürzeren zog. SpongeBob wurde noch gejagt, weil er fürs Cheerleading ein Schüler sein muss und der Konflikt zwischen Patrick und Freddie Flunder endete damit, dass Letzterer sich selbst in die Luft sprengte, was ein schöner Abschluss war.
Diese Folge hat mich enorm überrascht. Ich hätte niemals gedacht, dass die Episode, in der es 22 Minuten um Perla und Football geht, zu den besten der Staffel gehören würde. Sie konnte von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten und die Zeit verflog, ohne dass ich es merkte, was bei einem Special nur sehr selten passiert. Nicht mal Patrick nervte diesmal, sondern hatte ab und zu einen brauchbaren Spruch beizutragen. Es war zwar nicht alles perfekt und die Folge hätte noch weitere starke Gags haben können, aber eine 1- kann ich ohne zu zögern vergeben.