Vergangene Nacht ging es mir gesundheitlich erneut sehr schlecht, woraufhin ich es endlich nach 26 Jahren selbst geschafft hab, auf meinem Handy den Notruf zu tätigen.
Blöderweise geriet ich schon da am anderen Ende an einen Mann, der mir sagte, ich soll doch eben selbst zum Hospital laufen und mich da einweisen lassen. Ein RTW ist wohl nicht schneller bei der Aufnahme im KH und die Fahrt von Dienststelle bis zu uns daheim würd wohl gut 30 Minuten dauern. Ich zu ihm, nein, ich kann es nicht, bitte schicken Sie wen vorbei. Schlussendlich kam es dann zu.
Ich wartete mitten in der Nacht vor der Haustür auf den Krankenwagen, er kam um 3:30 Uhr an.
Auch hier hatte nicht gerade Glück mit den zwei Sanitäterinnen. Wozu sind wir nun hier? Wir sind kein Taxi. Sie können auch selbst zum Krankenhaus laufen, da sie in der Lage sind, zu stehen und sich nicht vor Schmerzen im Bett krümmen. Die andere, noch jüngere Sanitäterin meinte, das wäre eine Straftat. Dafür sind wir jetzt aufgestanden? Das musste ich mir dann von denen in Dauerschleife anhören, sodass die mich, vielleicht unbewusst, in die falsche Ecke gedrängt haben. Ende vom Lied, gab kein Ärger, also muss keine Strafe oder so zahlen. Hab mich dann im Eifer des Gefechts entschuldigt für das Missverständnis, was ja eigentlich keins war.
Ging im Anschluss aufgewühlt die Straße runter zum Krankenhaus und wollte dann da auf eigene Faust rein, aber da saß keiner am Anfang. Und ich wusste auch nicht wirklich, welche Knöpfe vor der Tür ich drücken musste, um zur Notaufnahme zu gelangen. Entschied mich demnach kurzerhand wieder nachhause zu laufen. Angekommen, musste ich das alles erstmal sacken lassen. Nun, ich traue mich in meinen fast 30 Lebensjahren mal Eigeninitiative zu übernehmen und kriege von den Sanitäterinnen dann das als Dank zurück. Grundlegend schätze ich die Arbeit von solchen Leuten sehr, aber manchmal kann man sich da nur an Kopf fassen, wie die gelegentlich drauf sind. So eine chronische Pankreatitis sieht man ja auch nicht von außen, sie und die schlimmen Schmerzen in den Akutphasen kommen von innen und können sich sekündlich schlagartig negativ ändern. Schmälerte alles in allem meinen Erfolg dahingehend ein wenig, aber ich war in dem Moment und kurz nach dem Telefonat mit der 112 schon stolz auf mich.
Es wurde zuhause nach wenigen Stunden wieder ganz schlimm, weil insbesondere mein Bauch in dem Schub sich wiederholt zusammen zog, als ich lag. Zusätzlich konnte ich später nicht mehr aufrecht durch die Wohnung gehen, da mein Kreislauf mehr als am Anschlag war. Konnte es im Bett am Ende nur aushalten, als seitlich lag. Um kurz vor 6 morgens betätigte ich zum zweiten Mal den Notruf, weil ich vor Schmerzen nicht mehr konnte. Der Herr am Telefon von der 112, war wieder derselbe, wie der anfänglich. Wir haben auch noch andere Patienten, außer sie. Dauerte dann ein Weiteres mal 30 Minuten, bis die wieder mit dem Krankenwagen da waren. Hab mich Minuten davor draußen vor die Haustür gesetzt, weil ich sonst vor Kreislaufversagen umgekippt wäre.
Um es kurz zu machen, man behandelte mich dann zum Glück endlich im Krankenhaus. Nun bin ich wieder zuhause und muss Entzündungstabletten nehmen. Der erste Satz hier ist der Grund, wieso ich den Post gemacht habe. Ich kann mir schwer selbst helfen, aber in dem Moment klappte es, sogar zweimal. Vor allem telefoniere ich im Normalfall nicht mit fremden Leuten. Hier hat es jetzt mal funktioniert.
Für jemanden mit einer schweren Angststörung, ist das keine Kleinigkeit sowas zu schaffen. Auf den, wenn auch kleinen Erfolg, blicke ich hoffentlich noch länger zurück.