Du bist nicht angemeldet.

Bubbles

Progressiver Mistwicht

  • »Bubbles« ist männlich
  • »Bubbles« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 2. September 2016

Beruf: Flaggen-Kritiker

  • Private Nachricht senden

1

Dienstag, 28. August 2018, 15:15

Sonntagsfrage

Ich habe mich in letzter Zeit mal mit der Sonntagsfrage, einerseits zur Bundestagswahl, aber auch zu den Landtagswahlen beschäftigt. Vor einiger Zeit hat MaxKopf ja schon einmal eine Umfrage in Brandenburg erwähnt und auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass die AfD dort die zweitstärkste Kraft ist, gibt es einem eine gute Einschätzung der allgemeinen Denkweise der Menschen in jenem Bundesland sowie eine Zukunftsprognose. Beispielsweise finden dieses Jahr 2 und im nächsten Jahr 4 Landtagswahlen statt. Hier sind einige interessante Erkenntnisee:

Die letzte Umfrage der INSA, die gestern veröffentlicht wurde, ergab, dass die SPD und AfD die ungefähr gleiche Unterstützung der Wähler besitzen, mit einem Anteil von jeweils 16,5%. Die SPD hat natürlich deutlich mehr Mitglieder, doch dazu lässt sich anmerken, dass viele Wähler der AfD dennoch keine Parteimitglieder werden, da sie ja aus Protest wählen. Möglicherweise sind manche dieser Wähler sogar Mitglieder einer anderen Partei.

Die CDU/CSU hat derweil einen Anteil von 28% erhalten und ist damit immer noch deutlich die Partei mit der größten Unterstützung. Trotzdem ist zu erkennen, dass die Union deutlich an Beistand verloren hat. Sie konnte seit des 33%-Wahlergebnisses bis zum Frühjahr an diesen 33% festhalten. Wie dieser plötzliche Abstieg zu erklären ist, bleibt mir bisher ein Rätsel.

Die deutlichen Gewinner der Sonntagsumfragen seit der letzten Bundestagswahl sind ganz klar die bereits erwähnte AfD, welche an insgesamt 4% gewonnen hat und zudem auch die Grünen, welche laut INSA 13,5% und laut Forsa 15% der Wähler hinter sich stehen hat. Dies macht sie in den jeweiligen Umfragen zur viert- bzw. drittstärksten Partei. Der Gewinn an Stimmen beträgt hier außerdem 4,5-6%.
Zur Linken und der FDP lässt sich nicht viel sagen, abgesehen davon, dass die FDP seit der Wahl und die Linke seit des Frühjahres an Zustimmung verlieren.

Aus den Umfragen können wir zumindest schließen, dass aus einer Wahl mit diesen Ergebnissen keine Mehrheits-Koalition von nur 2 Parteien hervorgehen kann (Union und SPD hätten 44,5%, Jamaika hätte 51,5%)


Jetzt noch zu den Landtagsumfragen einige Daten:

CDU: Die Union kann sich in 13 Bundesländern als stärkste Kraft behaupten und in einem Bundesland als zweitstärkste Kraft. Die einzigen Bundesländer, in denen sie unter 20% der Wähler ansprechen und damit nur auf der 3. Position stehen sind Hamburg und Brandenburg.

SPD:
Die SPD besitzt die meisten Befürworter in den Bundesländern, die die CDU nicht für sich behauptet hat: Hamburg, Brandenburg und Bremen. Sechs weitere Bundesländer haben die SPD als ihre zweitbeliebteste Partei gelistet. Außerdem gibt es ganze 5 Bundesländer, in denen die SPD gerade mal die viertstärkste Partei bildet. Das Bundesland, dass mich bezüglich der SPD am meisten geschockt hat, war Sachsen. Gerade mal 9% der Einwohner Sachsens stehen hinter der SPD. Die anderen 4 Bundesländer sind Bayern, Berlin, Mecklenburg und Thüringen, wobei auch Baden-Württemberg nennenswert ist, die die SPD als drittbeliebteste Partei besitzen, aber trotzdem nur eine Unterstützung von 13% besitzt, einfach aus dem Grund, dass die beiden beliebtes Parteien bereits einen Großteil der Stimmen teilen (CDU und die GRÜNE)

AfD:
Die AfD ist in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg die zweitbeliebteste Partei, mit glatten 24% in Sachsen, womit sie den 32% der CDU bereits Konkurrenz machen. Aber nicht alle ostdeutschen Bundesländer stehen hinter der AfD. Sachsen-Anhalt weist sie nur als viertstärkste Partei auf und Berlin bloß als fünftstärkste. Als schlechteste der sechs größten Parteien schnitten sie nur in Bremen ab, während sie die wenigsten Stimmen in Schleswig-Holstein mit 6% erhielten.

GRÜNE:
Zum großen Erfolg der Grünen in den Bundestagswahlumfragen, kommen die Ergebnisse der Landtagsumfragen in Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. Dort kamen sie als zweitbeliebteste Partei aus den Umfragen hervor. Zudem erhielten sie 18% der Stimmen in Baden, Hamburg und auch Schleswig-Holstein. Nur Sachsen und Sachsen-Anhalt scheinen die Grünen nicht zu mögen. Dort sind sie nicht nur die schwächste Partei der sechs großen, sondern erhielten auch nur 5% bzw. 6% der insgesamten Stimmen.

LINKE:
Die Linken lassen sich überall finden. Sie sind die zweitstärkste Partei in den Umfragen aus Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen, mit jeweils 20% in Berlin und Sachsen-Anhalt und 26% in Thüringen. In Berlin sind die Parteien tatsächlich so nah beieinander, dass der Linken gerade mal 1% fehlt, um mit der CDU gleichzuziehen. Allerdings sind sie auch in 6 Bundesländern mit weniger als 10% der Stimmen repräsentiert.

FDP:
Die FDP lässt sich weder als zweit-, noch als drittstärkste Partei in irgendeinem Bundesland finden. In gerade mal 3 Bundesländern erreichen sie 10% (Baden, Bremen und Hessen). Dennoch sind sie in keinem dieser Bundesländer auch nur die viertstärkste Partei. Das schaffen sie nur in den nord-westlichen Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wo sie, wie bereits erkennbar ist, trotzdem nicht mehr als 10% erreicht haben. Selbst Industrie-Bundesländer wie NRW setzen mittlerweile lieber auf die Grüne als auf die FDP.


Was denkt ihr von der Veränderung der politischen Lage in Deutschland, wenn man den Umfragen traut?
Was haltet ihr von den Gewinnen der AfD und besonders der Grünen, im Gegensatz zu den enormen Verlusten der anderen Parteien?
Hättet ihr lieber ein breites Feld an Parteien, das im Bundestag für Diversität sorgt oder eins mit wenigen Parteien, was das Ganze übersichtlicher macht?

1 Benutzer hat sich bedankt.

Bubbles

Progressiver Mistwicht

  • »Bubbles« ist männlich
  • »Bubbles« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 2. September 2016

Beruf: Flaggen-Kritiker

  • Private Nachricht senden

2

Sonntag, 16. September 2018, 18:41

Diesmal hab ich mich statt mit den Verteilungen der einzelnen Bundesländer mit den verschiedenen bundesweiten Studien beschäftigt. Da gibt es insgesamt 5 mit Umfrage-Ergebnissen aus der letzten Woche:

Die Forsa, Emnid, Forschungsgruppe Wahlen, GMS und INSA
Für das folgende Ergebnis habe ich die letzten 3 Umfragen dieser 5 Forschungsgruppen in Betracht gezogen.

1. CDU/CSU - Ø 29,7%
Best Result: 31% (FW)
Worst Result: 28% (INSA)

2. SPD - Ø 17,43%
Best Result: 20% (FW)
Worst Result: 16% (Forsa/INSA)

3. AfD - Ø 15,73%
Best Result: 17,5% (INSA)
Worst Result: 13% (Forsa)

4. GRÜNE - Ø 14,17%
Best Result: 16% (Forsa/FW)
Worst Result: 12% (GMS)

5. LINKE - Ø 9,47%
Best Result: 10,5% (INSA)
Worst Result: 8% (Forsa/FW)

6. FDP - Ø 8,77%
Best Result: 10% (GMS/INSA)
Worst Result: 7% (FW)

Sonstige - Ø 4,73%
Best Result: 6% (Emind/GMS)
Worst Result: 3% (FW)

Hier nochmal die Durschnittsergebnisse der letzten Wochen verglichen mit den Wahlergebnissen 2017 und 2013

CDU/CSU
Aktuell: 29,7%
2017: 32,9%
2013: 41,5%

SPD
Aktuell: 17,43%
2017: 20,5%
2013: 25,7%

AFD
Aktuell: 15,73%
2017: 12,6%
2013: 4,7%

GRÜNE
Aktuell: 14,17%
2017: 8,9%
2013: 8,4%

LINKE
Aktuell: 9,47%
2017: 9,2%
2013: 8,6%

FDP
Aktuell: 8,77%
2017: 10,7%
2013: 4,8%

Sonstige
Aktuell: 4,73%
2017: 5%
2013: 6,2%

Was haltet ihr von der Entwicklung des deutschen Wählerverhaltens? Würde mich sehr über ein paar Antworten freuen.

Bubbles

Progressiver Mistwicht

  • »Bubbles« ist männlich
  • »Bubbles« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 2. September 2016

Beruf: Flaggen-Kritiker

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 30. September 2018, 13:37

Es sind neue Umfragen an die Oberfläche gekommen, die ich gerne erwähnen würde.

Dazu habe ich mich diesmal größtenteils mit den letzten 5 Umfragen beschäftigt, welche alle vom 27. bis zum 29. veröffentlicht wurden.

Die AfD hat die SPD nun in den Umfragen auch bundesweit geschlagen. Sie sind damit laut Umfragen, die zweitbeliebteste Partei Deutschlands.
Natürlich ist das nur ein Durchschnitt, dennoch haben 3 der 5 Umfragen, mehr Zusprechung bei der AfD als jeder anderen Partei (abgesehen von der Union) ergeben.
Sogar die Grünen sind in 2 Umfragen an 2. Stelle, während die SPD dies nur einmal ist, nämlich bei der FW. Diese Position müssen sie sich sogar mit den Grünen in besagter Umfrage teilen.

Bei diesen Umfragen sind des Weiteren die Höchstwerte interessant zu benennen. Die AfD hat ihren Höchstwert auf 18% verbessert. Bei den Grünen sind es in manchen Umfragen jetzt 17%.
Die Union kommt währenddessen nicht mehr über 30% hinaus. Ihr bestes Ergebnis seit knapp 2 Wochen sind konstante 28%. Die SPD erreicht bei weitem nicht mehr 20%. Ihr bestes Ergebnis liegt gleich mit dem der Grünen, bei 17%.
Die Linken machen auch Fortschritte, ungefähr auf gleichem Level wie die AfD. Die FDP hält an ihren bisherigen Werten fest.

Große Gewinner sind also GRÜNE, AfD und LINKE, während die großen Verlierer CDU/CSU und SPD sind.

1. CDU/CSU - Ø 27,4% (-2,3%)
2. AfD - Ø 16,8% (+1,07)
3. SPD - Ø 16,4% (-1,03%)
4. GRÜNE - Ø 15,6% (+1,43%)
5. LINKE - Ø 10,4% (+0,93%)
6. FDP - Ø 8,8% (+0,03%)
Sonstige - Ø 4,6% (-0,13%)

3 Benutzer haben sich bedankt.

Bubbles

Progressiver Mistwicht

  • »Bubbles« ist männlich
  • »Bubbles« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 122

Dabei seit: 2. September 2016

Beruf: Flaggen-Kritiker

  • Private Nachricht senden

4

Samstag, 13. Oktober 2018, 15:11

Ein paar kleine Updates in Sachen Sonntagsfrage.
Die SPD ist nun auch hinter die Grünen gefallen, die Grünen sind damit die beliebteste links-gerichtete Partei Deutschlands.

Die Union erleider weiterhin Verluste, allerdings nicht so drastische wie vor 2 Wochen.
Des weiteren, scheint dir FDP wieder etwas größere Anstiege zu erhalten, während die Linke und sogar die AfD kleinere Verluste machen.

1. CDU/CSU - Ø 26,8% (-0,6%)
2. AfD - Ø 16,5% (-0,3%)
3. GRÜNE - Ø 16,3% (+0,7%)
4. SPD - Ø 16% (-0,4%)
5. LINKE - Ø 10,2% (-0,2%)
6. FDP - Ø 9,4% (+0,6%)
Sonstige - Ø 4,8% (+0,2%)

Nun ein bisschen etwas zur Landtagswahl in Bayern, dort gab es nämlich einige drastische Veränderungen im Vergleich zu 2013.

Die beliebteste Partei bleibt die CSU, jedoch fällt diese in den Umfragen mehr als 10% im Vergleich zur vorherigen Wahl. Auch die SPD macht große Verluste und wird ihre Position als Nummer 2 in Bayern nicht behalten können.
So ziemlich sämtliche anderen Großparteien, wozu in Bayern auch die Freien Wähler (FW) gehören, machen Gewinne, so auch die FDP und die Linken, die darauf hoffen 5% zu überschreiten.

1. CSU - Ø 33,7% (-14%)
2. GRÜNE - Ø 18,4% (+9,8%)
3. SPD - Ø 11,5% (-9,1%)
4. AfD - Ø 10,7% (+10,7%)
5. FW - Ø 10,2 (+1,2%)
6. FDP - Ø 5,7% (+2,4%)
-----
7. LINKE - Ø 4,2% (+2,1%)
Sonstige - Ø 5,6% (-3,1%)

Interessant zu erwähnen ist dabei eine Aussage der Bayernpartei, die sich darauf beläuft, dass die Umfrage-Ergebnisse nicht der Wahrheit entsprechen und behaupten, dass die der Neueinstieg der BP bevorstehe:

Zitat

Ca. 6% der wahlberechtigten bayerischen Bürger liebäugeln mit einer Wahl der Bayernpartei – auch wenn uns Presse und Umfrageinstitute etwas anderes glauben lassen wollen. [...] Denn was viele Wähler nicht wissen: Umfrageinstitute [...] fragen die Bayernpartei in ihren Wahlumfragen gar nicht ab. [...] Der Befragte kann also immer nur ‚Eine andere Partei‘ auswählen, nicht aber ‚Bayernpartei‘.

3 Benutzer haben sich bedankt.

Ähnliche Themen

Thema bewerten