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Lügender Hurensohn. Wie auch niemand darauf eingegangen ist
Golf ist eine tolle Sportart und ich kann jedem nur ans Herz legen, es zumindest mal auszuprobieren.
Es gibt in nahezu allen Golfclubs Schnupperkurse für Anfänger, wo man alles Notwendige gestellt bekommt und sich in einer Gruppe unter Führung eines Profis mal langsam rantasten kann.
Das kostet nicht die Welt (vllt. 25 € für 2h) und man merkt relativ schnell, ob es was für einen ist oder nicht.
Golf hat (zurecht) einen sehr versnobbten Ruf und es gibt natürlich immer noch solche Trottel, die zwar im Maserati auf den Parkplatz fahren und die teuersten Schläger dabei haben, aber kein Golf spielen können.
Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, die sind mittlerweile die absolute Unterzahl.
Auch preislich ist die Einstiegshürde geringer geworden, auch wenn es natürlich trotzdem noch teuer bis sehr teuer sein kann, "richtig" mit dem Golfen anzufangen, d.h. eigene Schläger, Mitgliedschaft im Club, Coachingsessions, usw. (nein, mir wären noch weitere Beispiele eingefallen, trotzdem schreib ich jetzt einfach usw. und beende die Aufzählung).
Golf ist eine introspektive Sportart. Man muss mit sich selbst im Reinen sein, da man im Regelfall niemanden hat, dem man das eigene Versagen in die Schuhe schieben könnte.
Zudem kann beim Schlag bzw. Schwung so viel schief gehen. Eine klitzekleine Veränderung im Schwungverhalten kann große Auswirkungen auf die Flugkurve des Balls haben.
Wenn 9 Schläge in Folge alles perfekt lief und man beim 10. kurz die Flöhe hat husten hören, fliegt der Ball eben auch mal in den Graben. Das macht es so spannend. Selbst Profis passiert sowas regelmäßig.
Dadurch lernt man sich aber selbst sehr gut kennen. Man entwickelt gezwungenermaßen eine hohe Frustrationstoleranz und innere Ruhe (was nicht heißt, dass man nicht auch mal seinen Schläger vor Wut auf den Boden schlagen darf).
Beim Golfen ist man an der frischen Luft und auf den Beinen. Pro Runde läuft man gut und gerne 10 Kilometer (mehr, wenn man schlecht spielt), was in Verbindung mit dem Bag mit den Eisenschlägern aufm Rücken ein super Workout ist.
Auch andere Leute lernt man beim Golfen regelmäßig kennen. Wenn man alleine sein will, ist das kein Problem. Aber mit anderen macht es erst richtig Spaß. Es gibt nicht viele Orte, wo ein 16-jähriger und ein 70-jähriger gemeinsam
abhängen und Faxen machen können. Beim Golfen geht das. Vor allem in kleinen Clubs wird man von jedem mit offenen Armen empfangen.
Warum ich den Post verfasse? Ich habe mir vorgenommen, wieder öfters Golf zu spielen. Ich will diese Frustrationstoleranz und innere Ruhe wieder in mir entdecken, da ich sie in letzter Zeit verloren habe.
Ich habe früher in Stuttgart viel Golf gespielt, war auch Mitglied in einem Verein. Dafür, dass ich wirklich wenig Mühe reingesteckt habe, war ich erstaunlich gut. Selbst Leute mit Jahrzehnten Erfahrung haben meine Ansprechposition und meinen Schwung gelobt. Als ich fürs Studium umgezogen bin, war ich natürlich komplett raus. Ich konnte meine Schläger aus Platzgründen nicht mitnehmen, hatte keine Golfkumpels mehr und so habe ich über die Jahre immer weniger gespielt, bis ich dann ganz aufgehört habe.
Ich war letzten Sonntag auch schon auf dem Übungsgelände von einem der beiden lokalen Golfclubs.
Das ist nicht wie beim klassischen Golfspiel, wo man über den Golfplatz wandert und im Optimalfall nur mit einem Ball spielt, den man immer ins Loch buchsieren muss.
Da gibt es eine sogenannte Driving Range. Das ist eine lange, weitläufige Grünfläche. Da hat man einen Abschlagpunkt, und man spielt mit Leihbällen, die man sich vorher (für bei dem Club 1 € pro 18 Stück) am Automaten gezogen hat. Auf der Driving Range gibt es Ziele und Entfernungsmarker, man kann also gezielte Schläge auf verschiedene Entfernungen üben oder wirklich einfach nur die Bälle wegballern. Die Bälle werden dann vom Clubpersonal aufgesammelt.
Bei meinem alten Golfclub gab es da so einen uralten Fiat Panda, der hatte wie so eine Art Mähdrescher vorne angebaut und wenn man über die Bälle gefahren ist, hat er die aufgesammelt im Kofferraum. Wenn der unterwegs war, war der natürlich ein super Ziel für alle
Auch wenn man Golfen nie richtig verlernt und am Sonntag auch einige super Schläge dabei waren, gingen die meisten nachvollziehbarerweise in die Hose. Wenn ich dranbleibe und mich auch mal wieder coachen lasse, könnte ich das aber ruckzuck wieder drauf haben. Mal schauen, ob ich dranbleibe.