Das Testvolk hat gesprochen!
Ich denke in letzter Zeit öfter mal um das Thema nach. Und auch wenn das natürlich eine gemeinsame Entscheidung ist, muss ich erst mal für mich selbst ergründen, ob da ein Kinderwunsch ist oder nicht. Und... es ist irgendwie kompliziert.
Auf der einen Seite ist da die reale Ebene, auf der ich immer noch gar kein Bedürfnis danach habe, im Gegenteil. Ich habe es in meinem vorherigen Post ja schon beschrieben, was mich daran abschreckt. Aber bei meiner "Selbstfindungsphase" zur Zeit wäre es irgendwie umso hinderlicher, da man ja ein Großteil seines Lebens für das Kind aufgeben muss und sich das Leben erst mal hauptsächlich um das Kind drehen wird. Und da bin ich einfach extrem froh, dass das aktuell nicht der Fall ist. Wenn wir irgendwo unterwegs sind, wo viele Kinder zugegen sind, z.B. im Freibad, bin ich immer extrem froh darüber, mich einfach nur entspannen zu können, während die gestressten Eltern rund um mich herum ständig damit beschäftigt sind, ihre Kinder im Auge zu behalten.
Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich überhaupt keinen Draht zu Kindern habe. So wie Erwachsene mit Kindern reden ("Wow, das hast du aber gaaanz toll gemalt" (obwohl es nur ein paar Farbkleckse auf einem Blatt Papier sind), "Ach du hast mit XYZ zusammen Fußball gespielt, erzähl mir mal wie es war!" (obwohl es mich kein bisschen juckt)), dazu bin ich einfach nicht fähig. Für mich leben Kinder in einer ganz anderen Realität und sehen die Welt mit ganz anderen Augen, ich kann damit irgendwie nichts anfangen. Lustigerweise finde ich hingegen Erwachsene, die sich ihr inneres Kind bewahrt haben, sehr sympathisch, aber das ist ein anderes Thema. Jetzt ist das natürlich bei den eigenen Kindern was ganz anderes, aber auch wenn man das ja immer so dahinsagt, habe ich keine Ahnung, wie sich das wirklich anfühlen würde, wenn ich denn welche hätte.
Auf einer abstrakten Ebene finde ich den Gedanken, niemals Kinder zu haben, jedoch mehr und mehr schade. Wenn ich mir vorstelle, ich sterbe irgendwann und nichts von mir lebt irgendwie noch weiter, finde ich das sehr befremdlich. Ich denke mir auch, alle meine Vorfahren über Tausende von Jahren haben sich irgendwann entschieden, Kinder zu haben, damit es eines Tages mich gibt, und ich sag dann einfach, mit mir endet es nun? Das fühlt sich irgendwie einfach falsch an, ich kann gar nicht genau sagen, warum. Vielleicht auch, weil meine Eltern damals ja auch mit anderen Eltern befreundet waren, die Kinder in meinem Alter hatten, und es für mich irgendwie so normal war, dass jeder irgendwie eine Familie hat, fühlt es sich einfach seltsam an, kinderlos zu bleiben. Ich will irgendwie einfach ein Teil eines Stammbaums sein, der vor mir UND auch nach mir weitergeht.
Aber da ein Kind nun mal nichts Abstraktes ist, muss ich der realen Ebene eben den Vorrang lassen und leider zu dem Schluss kommen, dass es zumindest aktuell (aber was soll das heißen, so viel Zeit bleibt uns für die Entscheidung ja auch nicht mehr...) keine gute Idee wäre, ein Kind in die Welt zu bringen. Oder frei nach Christian Lindner: Es ist besser, kein Vater zu sein, als ein schlechter Vater zu sein.